Echter Seidelbast (Daphne mezereum)
Name
Echter Seidelbast (Daphne mezereum)
Familie
Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae)
Merkmale
Der Echte Seidelbast ist ein sommergrüner Strauch, der meist eine Höhe von 50 bis 120 Zentimetern erreicht. Besonders auffällig ist seine frühe Blüte: Noch vor dem Laubaustrieb erscheinen die intensiv duftenden, rosa bis purpurroten Blüten dicht gedrängt an den vorjährigen Zweigen. Die Blätter sind wechselständig, länglich-lanzettlich und blaugrün gefärbt. Im Sommer reifen leuchtend rote, erbsengroße Steinfrüchte, die optisch verlockend wirken, aber hochgiftig sind.
Standort und Verbreitung
Daphne mezereum wächst bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, oft in lichten Bereichen oder an Waldrändern. Die Art bevorzugt nährstoffreiche, kalkhaltige und frische Böden. In Deutschland kommt sie vor allem in Mittelgebirgslagen vor, in Niedersachsen ist sie besonders in den Mittelgebirgen verbreitet. Europaweit reicht das Verbreitungsgebiet von Westeuropa bis nach Sibirien. Die Blütezeit liegt je nach Lage zwischen Februar und April, womit der Seidelbast zu den frühesten Blühern des Jahres zählt.
Besonderheiten
Der Echte Seidelbast gilt als eine der giftigsten heimischen Pflanzen – alle Pflanzenteile, besonders die Beeren und die Rinde, enthalten das Diterpen Mezerein sowie Daphnin. Bereits wenige Beeren können bei Kindern lebensbedrohliche Vergiftungen auslösen. Trotz seiner Giftigkeit findet die Pflanze in der Homöopathie Anwendung, etwa bei Hauterkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden und Rheuma. Der Echte Seidelbast ist in Deutschland gesetzlich besonders geschützt und darf daher nicht ohne Weiteres gepflückt, beschädigt oder ausgegraben werden. Verwechslungen sind möglich mit dem Rosmarin-Seidelbast, einer ähnlichen, ebenfalls giftigen Art mit schmaleren Blättern.