Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)

In früheren Zeiten wurde Lysimachia vulgaris bei Entzündungen verwendet

Name

Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)

Familie

Primelgewächse (Primulaceae)

Merkmale

Der Gewöhnliche Gilbweiderich ist eine aufrecht wachsende, ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimetern erreicht. Die Stängel sind dicht behaart und tragen gegenständige oder quirlständige, eiförmig-lanzettliche Blätter mit drüsigen Punkten. Die auffälligen Blüten sind leuchtend goldgelb, fünfzählig und zu lockeren Rispen vereint. Die Kelchblätter besitzen einen charakteristischen orangeroten Rand, der ein gutes Erkennungsmerkmal darstellt. Die Pflanze bildet unterirdische Ausläufer und kann dichte Bestände bilden.

Standort und Verbreitung

Der Gewöhnliche Gilbweiderich wächst bevorzugt an feuchten bis nassen Standorten: auf Feuchtwiesen, in Röhrichten, an Ufern von Bächen, Flüssen und Seen, in Gräben sowie auf feuchten Waldlichtungen. Er bevorzugt nährstoffreiche, lehmige oder torfige Böden. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und in Deutschland nahezu flächendeckend anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August.

Besonderheiten

In der Volksmedizin wurde der Gilbweiderich früher vielseitig eingesetzt, etwa bei Entzündungen, Zahnfleischbeschwerden und Durchfall. Heute spielt er in der Heilkunde kaum noch eine Rolle. Die Pflanze enthält Gerbstoffe und Saponine, die seine einstige medizinische Nutzung erklären. Verwechslungen sind möglich mit dem Punktierten Gilbweiderich, der sich durch fehlende Drüsenhaare am Stängel und einen anderen Blütenaufbau unterscheidet. Für Insekten, insbesondere für Bienen, ist die Art attraktiv, da sie Öl statt Nektar anbietet und von ölsammelnden Bienenarten wie der Schmalbienenart Macropis europaea besucht wird.