Gemeiner Erdrauch (Fumaria officinalis)
Name
Gemeiner Erdrauch (Fumaria officinalis)
Familie
Erdrauchgewächse (Fumariaceae)
Merkmale
Der Gemeine Erdrauch ist eine einjährige, krautige Pflanze mit zart gefiederten, blaugrün bereiften Blättern, die einen leicht graugrünen Gesamteindruck erzeugen. Die Stängel sind weich, verzweigt und werden meist 15 bis 30 Zentimeter lang, gelegentlich auch länger. Die kleinen Blüten erscheinen in dichten, traubigen Blütenständen und sind purpurrosa gefärbt, an der Spitze dunkel, fast schwarzrot. Jede Blüte ist röhrenförmig und besitzt einen charakteristischen Sporn. Die Früchte sind kleine, kugelige Nüsschen.
Standort und Verbreitung
Der Gemeine Erdrauch bevorzugt nährstoffreiche, oft gestörte Böden und wächst typischerweise an Ackerrändern, Wegrändern, in Gärten und auf Ruderalflächen. Als Kulturfolger – auch Hemerophile genannt – ist er eng an menschliche Siedlungsbereiche gebunden und in ganz Europa weit verbreitet. Die Art ist in Mitteleuropa häufig anzutreffen und gilt als klassisches Ackerunkraut. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober, womit der Gemeine Erdrauch zu den ausdauernd blühenden Kräutern der Vegetationsperiode zählt.
Besonderheiten
Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, wobei auch Selbstbestäubung möglich ist. Der Gemeine Erdrauch hat eine lange Tradition als Heilpflanze: Extrakte aus der Pflanze werden in der Volksmedizin und in der Phytotherapie bei Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung der Leberfunktion eingesetzt. Der Name Erdrauch bezieht sich auf den alten Volksglauben, die Pflanze entstehe aus Erddünsten. Alle Pflanzenteile enthalten Alkaloide und sind in größeren Mengen giftig. Verwechslungen sind mit ähnlichen Erdrauch-Arten möglich, die sich jedoch meist durch Blütengröße und Blattschnitt unterscheiden lassen.