Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Aconitum napellus wächst in den Mittelgebirgen und höheren Lagen

Name

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Familie

Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Merkmale

Der Blaue Eisenhut ist eine aufrechte, kräftige Staude, die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern erreicht. Die tief handförmig geteilten, dunkelgrünen Blätter sind charakteristisch und verleihen der Pflanze ein markantes Erscheinungsbild. Die Blüten sind intensiv blauviolett gefärbt und in dichten, aufrechten Trauben angeordnet. Das namensgebende Merkmal ist das helmartige, kapuzenförmige Kelchblatt, das an einen mittelalterlichen Eisenhut erinnert. Die Wurzel ist rübenartig verdickt.

Standort und Verbreitung

Aconitum napellus besiedelt bevorzugt nährstoffreiche, stickstoffhaltige und frische bis feuchte Böden in Mittelgebirgen und höheren Lagen der Alpen. Typische Standorte sind Hochstaudenfluren, Bergwälder, Bachläufe und Feuchtwiesen. Im Flachland tritt die Art nur selten auf, gelegentlich an Bachufern oder auf Feuchtwiesen, wobei manche Bestände auf verwilderte Gartenpflanzen zurückgehen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August, in höheren Lagen auch bis in den September.

Besonderheiten

Der Blaue Eisenhut gilt als eine der giftigsten Pflanzen Europas überhaupt. Alle Pflanzenteile, besonders die Wurzeln und Samen, enthalten das hochwirksame Alkaloid Aconitin, das bereits in kleinsten Mengen tödlich wirken kann. Selbst Hautkontakt kann zu Taubheitsgefühlen führen. Trotz seiner extremen Giftigkeit wird die Art seit Jahrhunderten als Zierpflanze kultiviert, was zur Entstehung von Gartenflüchtlings-Beständen beiträgt. In der Volksmedizin und Homöopathie fand die Pflanze historisch Verwendung, was jedoch ohne fachkundige Aufsicht äußerst gefährlich ist. Verwechslungen mit dem Gelben Eisenhut oder anderen Eisenhut-Arten sind möglich und ebenfalls gefährlich.