Knorpeliger Drüsling (Exidia cartilaginea)
Name
Knorpeliger Drüsling (Exidia cartilaginea)
Familie
Auriculariaceae
Merkmale
Der Knorpelige Drüsling bildet gallertige, unregelmäßig geformte Fruchtkörper, die bei Feuchtigkeit weich und durchscheinend wirken, bei Trockenheit jedoch stark einschrumpfen und eine knorpelig-zähe Konsistenz annehmen – daher der treffende deutsche Name. Die Färbung reicht von graubraun bis schwarzbraun. Die Oberfläche ist leicht höckerig bis warzig strukturiert. Im feuchten Zustand können die Fruchtkörper mehrere Zentimeter Durchmesser erreichen und fließen oft zu größeren, unregelmäßigen Massen zusammen.
Standort und Verbreitung
Der Knorpelige Drüsling ist ein Saprobiont und lebt ausschließlich von totem organischem Material. Er besiedelt liegendes Laubbaum-Totholz, bevorzugt Rotbuche und Linde, und ist damit ein typischer Bewohner naturnaher Laubwälder mit ausreichend Totholzangebot. Die Art kommt in Mitteleuropa vor, ist jedoch insgesamt selten und zerstreut verbreitet. In Deutschland wurde sie unter anderem in Niedersachsen nachgewiesen, etwa in den Bückebergen. Die Erscheinungszeit liegt vorwiegend im Herbst, von September bis November, wobei feuchte Witterung das Auftreten begünstigt.
Besonderheiten
Der Knorpelige Drüsling gilt in Niedersachsen als gefährdet und wird in der Roten Liste mit RL 3 eingestuft. Hauptursache für den Rückgang ist der Mangel an liegendem Totholz in bewirtschafteten Wäldern, da dieses aus forstlichen Gründen häufig entfernt wird. Die Art ist daher ein guter Indikator für strukturreiche, naturnahe Waldlebensräume. Verwechslungen sind mit anderen gallertig-schwarzen Drüslingen möglich, etwa dem Warzigen Drüsling oder dem Zusammenfließenden Drüsling. Ein Speisewert ist nicht bekannt, die Art spielt jedoch eine wichtige ökologische Rolle beim Abbau von Totholz.