Krustenflechte Tephromela atra
Name
Tephromela atra
Familie
Tephromelataceae
Merkmale
Tephromela atra ist eine typische Krustenflechte, deren Lager eng mit dem Substrat verwachsen ist und sich nicht ablösen lässt. Das Lager erscheint grau bis grauweißlich, oft rissig-areoliert und kann größere Flächen bedecken. Charakteristisch sind die schwarzen, scheibenförmigen Apothecien mit einem deutlich ausgeprägten, hellen Lagerrand, der die dunkle Fruchtscheibe umgibt. Die Sporen sind einzellig und farblos.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt bevorzugt Silikatgestein wie Granit, Gneis oder Sandstein an lichtreichen, oft exponierten Standorten. Kalkreiche Gesteine werden dagegen weitgehend gemieden. Tephromela atra ist in Europa weit verbreitet und kommt von der Küste bis in alpine Lagen vor. In Deutschland findet man sie unter anderem an Felsen, Mauern und Steindenkmälern. Die Exemplare aus dem Originaltext wurden im September 2011 an den Externsteinen im Teutoburger Wald nachgewiesen. Als ausdauernde Flechte ist sie ganzjährig zu beobachten, ohne ausgeprägte Erscheinungssaison.
Besonderheiten
Tephromela atra gilt als Zeigerart für lufthygienisch relativ unbelastete Standorte, da sie gegenüber Schwefeldioxid empfindlich reagiert und in stark belasteten Industriegebieten fehlt. Sie kann als Bioindikator für Luftqualität herangezogen werden. Verwechslungen sind mit anderen schwarzfrüchtigen Krustenflechten auf Gestein möglich, die ebenfalls graue Lager und dunkle Apothecien ausbilden. Ein sicheres Bestimmungsmerkmal ist der stets deutlich erkennbare, helle Lagerrand der Apothecien. Die Art ist in ihrem Bestand derzeit nicht gefährdet und zählt zu den häufigeren Gesteinsflechten Mitteleuropas.