Strauchflechte Cladonia scabriuscula

Die Strauchflechte Cladonia scabriuscula findet man auf sandigen oder felsigen Böden

Name

Cladonia scabriuscula

Familie

Cladoniaceae

Merkmale

Cladonia scabriuscula ist eine Strauchflechte mit aufrechten, verzweigten Podetien, die typischerweise eine graugrüne bis gelblichgrüne Färbung aufweisen. Die Oberfläche der Podetien ist charakteristisch rau und körnig-schuppig, was dem Artnamen scabriuscula – zu Deutsch etwa rau oder schäbig – entspricht. Die Grundschuppen (Primärthallus) sind meist klein und vergänglich. Apothecien, sofern vorhanden, erscheinen braun bis rotbraun an den Spitzen der Podetien.

Standort und Verbreitung

Die Art besiedelt sandige oder felsige, meist nährstoffarme Böden in lichten Wäldern, Heide-Biotopen, moosreichen Blockmeeren und Steinbrüchen. Sie bevorzugt saure, trockene bis mäßig feuchte Standorte mit geringer Konkurrenz durch Gefäßpflanzen. Cladonia scabriuscula ist in Europa weit verbreitet, kommt aber vor allem in atlantisch geprägten Regionen Mittel- und Nordeuropas vor, darunter auch in Deutschland. Die im Originaltext beschriebenen Exemplare wurden im Oktober 2011 im alten Steinbruch Bückeberge (Niedersachsen) gefunden. Flechten sind ganzjährig zu beobachten, besonders gut auffindbar jedoch in der feuchteren Jahreszeit von Herbst bis Frühjahr.

Besonderheiten

Cladonia scabriuscula gilt als empfindliche Flechtenart, die vor allem auf nährstoffarmen und wenig gestörten Standorten vorkommt. Wie viele Flechten kann sie durch Veränderungen ihrer Lebensräume und zunehmende Eutrophierung beeinträchtigt werden. In Deutschland steht die Art auf der Roten Liste gefährdeter Flechten in der Kategorie 3 (gefährdet). Verwechslungen sind mit ähnlichen Strauchflechten der Gattung Cladonia möglich, die ebenfalls raue Podetien ausbilden – eine sichere Bestimmung erfordert oft eine genaue Betrachtung der Schuppenstruktur und gegebenenfalls chemische Reaktionstests.