Ebenästige Rentierflechte (Cladonia portentosa)
Name
Ebenästige Rentierflechte (Cladonia portentosa)
Familie
Cladoniaceae
Merkmale
Die Ebenästige Rentierflechte bildet dichte, strauchige Polster aus zierlich verzweigten, blassgrau-grünlichen bis weißlichgrauen Ästen. Ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal ist die gleichmäßige, nach allen Seiten ausgerichtete Verzweigung, die ihr ein besonders buschiges, symmetrisches Erscheinungsbild verleiht. Die Äste sind hohl, zerbrechlich und fein gegliedert. Im trockenen Zustand wirkt die Flechte spröde und hell, bei Feuchtigkeit wird sie weicher und etwas grünlicher.
Standort und Verbreitung
Die Art bevorzugt saure, nährstoffarme Böden und besiedelt lichte Wälder, Heideflächen, Moorränder sowie felsigen Untergrund. Sie ist in Europa weit verbreitet, kommt aber vor allem in atlantisch geprägten Regionen häufig vor, etwa in Nordwestdeutschland, Skandinavien, den britischen Inseln und den Küstengebieten. Im Toten Moor bei Hannover wurde sie im September nachgewiesen. Als ganzjährig sichtbare Flechte hat sie keine eigentliche Saison, ist jedoch im feuchten Herbst besonders gut ausgeprägt.
Besonderheiten
Die Ebenästige Rentierflechte kann leicht mit anderen Rentierflechten verwechselt werden. Der entscheidende Unterschied liegt in der allseitigen Verzweigung, während ähnliche Arten eine eher einseitig ausgerichtete Verzweigung zeigen. Rentierflechten spielen ökologisch eine wichtige Rolle als Nahrungsquelle für Rentiere und andere Tiere in nördlichen Regionen. Die Art gilt als Zeigerpflanze für naturnahe, ungestörte Heideflächen und Moore und ist daher ein wertvoller Indikator für intakte Biotope. In manchen Regionen ist sie durch Stickstoffeinträge und Lebensraumverlust gefährdet.