Flechte Pleurosticta acetabulum
Name
Pleurosticta acetabulum
Familie
Parmeliaceae
Merkmale
Pleurosticta acetabulum ist eine blattartige Laubflechte mit einem flach anliegenden, rosettenförmigen Thallus. Die Oberseite ist graugrün bis olivgrün gefärbt und zeigt eine charakteristisch netzartige Rissstruktur. Die Unterseite ist dunkelbraun bis schwarz und mit kurzen Rhizinen besetzt, die der Flechte Halt auf der Rinde geben. Typisch sind die becherförmigen, rötlichbraunen Apothecien, auf die auch der Artname acetabulum – lateinisch für Essignapf oder Becher – hinweist. Der Thallus kann Durchmesser von mehreren Zentimetern erreichen.
Standort und Verbreitung
Die Art wächst auf der Rinde von Laubbäumen, bevorzugt an freistehenden, lichtreichen Standorten wie Einzelbäumen in der Feldflur, an Alleen oder Parkbäumen. Nährstoffreiche oder basische Borken, etwa von Esche, Ulme oder Linde, werden besonders besiedelt. Pleurosticta acetabulum ist in Mitteleuropa verbreitet, in Deutschland jedoch regional selten geworden. In Niedersachsen beschränken sich die Vorkommen überwiegend auf das Flachland. Eine ausgeprägte Erscheinungszeit im jahreszeitlichen Sinne gibt es nicht, da Flechten ganzjährig zu beobachten sind.
Besonderheiten
Pleurosticta acetabulum gilt als empfindliche Zeigerart für Luftqualität und naturnahe Landschaften. In Niedersachsen ist sie stark gefährdet und wird in der Roten Liste mit RL2 geführt. Der Rückgang ist vor allem auf Luftverschmutzung, den Verlust alter Einzelbäume sowie intensive Landnutzung zurückzuführen. Die Art reagiert sensibel auf erhöhte Stickstoffeinträge. Früher wurde sie unter dem Gattungsnamen Parmelia geführt, heute ist Pleurosticta der gültige Gattungsname. Verwechslungen sind mit ähnlichen blattartigen Laubflechten aus der Familie der Parmeliaceae möglich, die ebenfalls auf Laubbaumrinde vorkommen.