Pflaumenflechte (Evernia prunastri)

Die Pflaumenflechte (Evernia prunastri) wächst auf der Borke diverser Bäume

Name

Pflaumenflechte (Evernia prunastri)

Familie

Parmeliaceae

Merkmale

Die Pflaumenflechte ist eine strauchige Flechte mit flach-bandförmigen, gabelig verzweigten Lagerlappen. Die Oberseite ist graugrün bis gelblichgrün gefärbt, während die Unterseite deutlich heller, fast weißlich wirkt. Die Lappen sind weich und biegsam, was die Art von ähnlichen Strauchflechten unterscheidet. Das Lager kann mehrere Zentimeter lang werden und hängt oft locker von Ästen herab oder wächst buschig abstehend.

Standort und Verbreitung

Evernia prunastri wächst epiphytisch auf der Borke verschiedener Laub- und Nadelbäume, bevorzugt auf saurem und nährstoffarmem Substrat. Im Steinhuder Meer Gebiet wurde sie vor allem an Birke, Eiche und Nadelbäumen nachgewiesen. Die Art gilt als mäßig luftempfindlich und zeigt mittlere Luftqualität an. Verbreitet ist sie in weiten Teilen Europas, Nordafrikas und Westasiens, in Deutschland in lichten Wäldern, Heiden und parkartigen Landschaften. Als Dauerstruktur ohne saisonale Erscheinungszeit ist sie ganzjährig zu finden.

Besonderheiten

Die Pflaumenflechte hat eine lange Tradition in der Parfümherstellung: Ihr Extrakt, bekannt als Eichenmoos-Absolue, wird als Duftstoff und Fixateur in Parfüms eingesetzt und ist ein klassischer Bestandteil der Chypre-Duftfamilie. Zudem enthält sie Flechtensäuren wie Evernsäure und Usninsäure, denen antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben werden. Als Zeigerart für Luftqualität reagiert sie empfindlich auf Stickstoffeinträge. Verwechslungen sind mit ähnlichen strauchigen Bartflechten möglich, die jedoch meist fadenförmiger und ohne die charakteristische zweifarbige Ober- und Unterseite sind.