Blattflechte Parmotrema perlatum chinense

Die Blattflechte Parmotrema perlatum wächst auf der Rinde von Laub- oder Obstbäumen

Name

Parmotrema perlatum (chinense)

Familie

Parmeliaceae

Merkmale

Parmotrema perlatum ist eine Blattflechte mit großen, locker dem Substrat anliegenden Lappen, den sogenannten Loben. Der Thallus ist oberseits graugrün bis blaugrau gefärbt und besitzt eine glatte bis leicht runzelige Oberfläche. Die Unterseite ist dunkel, oft schwärzlich, mit einem hellen Rand. Charakteristisch sind die Sorale, also körnige Vermehrungsorgane, die sich stets an den Lobenenden befinden – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Die Art kann beachtliche Durchmesser von mehreren Zentimetern erreichen.

Standort und Verbreitung

Die wärmeliebende Art wächst bevorzugt auf der Rinde von Laub- und Obstbäumen in milden, luftfeuchten Lagen, seltener auch auf Gestein. Sie bevorzugt lichtreiche, aber nicht zu trockene Standorte und gilt als Zeiger für gute Luftqualität. Verbreitet ist Parmotrema perlatum in wärmeren Regionen Europas sowie weltweit in gemäßigten und subtropischen Zonen. In Deutschland kommt sie vor allem im Westen und Südwesten vor. Im niedersächsischen Tiefland steht sie auf der Vorwarnliste. Das abgebildete Exemplar wurde im September 2011 im Rehburger Wald gefunden. Eine ausgeprägte Saison ist nicht bekannt, da Flechten ganzjährig zu beobachten sind.

Besonderheiten

Parmotrema perlatum gilt in vielen Teilen Deutschlands als selten oder ist regional bereits ausgestorben. Aufgrund ihrer Vorliebe für milde Temperaturen profitiert die Art aktuell von der Klimaerwärmung und breitet sich in manchen Gebieten wieder aus. Flechten dieser Gattung wurden historisch als Duftstoff in der Parfümerie und als Färbemittel genutzt. Als Flechtensäuren enthält die Art unter anderem Atranorsäure. Verwechslungen sind mit ähnlichen großlappigen Blattflechten möglich, die jedoch oft abweichende Soralmuster oder Thallusfarben aufweisen.