Lepraflechte Lepraria spec.
Name
Lepraria spec.
Familie
Stereocaulaceae
Merkmale
Die Arten der Gattung Lepraria bilden charakteristische, pulverig-körnige Krusten, die sogenannte Leprose Thalli ausbilden. Diese bestehen ausschließlich aus lockeren Soredien – winzigen Häufchen aus Algenzellen und Pilzfäden – ohne erkennbare Rindenschicht. Die Färbung variiert je nach Art von blaugrün über graugrün bis gelblich-weiß. Eine feste, zusammenhängende Struktur fehlt vollständig, weshalb die Oberfläche stets mehlig-pudrig wirkt. Fruchtkörper werden von Lepraria-Arten grundsätzlich nicht gebildet.
Standort und Verbreitung
Lepraflechten besiedeln schattige, feuchte Standorte und wachsen bevorzugt auf Baumrinde, Totholz, bemoosten Felsen sowie an Mauern und in Hohlräumen. Sie meiden direkte Sonneneinstrahlung und sind daher häufig an Nordhängen, in Schluchten oder im Inneren von Wäldern anzutreffen. Die Gattung ist weltweit verbreitet und in Europa weit verbreitet. Das vorliegende Foto entstand im August 2011 bei der Kukesburg (Nesselberg). Eine ausgeprägte Saisonalität ist nicht bekannt – die Flechten sind ganzjährig sichtbar.
Besonderheiten
Die Bestimmung einzelner Lepraria-Arten ist ohne chemische Inhaltsstoffanalyse kaum möglich, da sich die Arten morphologisch sehr ähneln. Dünnschichtchromatographie oder Spot-Tests mit Reagenzien wie Kalilauge oder Bleichmittel sind für eine sichere Artbestimmung unerlässlich. Die Gattung umfasst weltweit mehrere Dutzend Arten, von denen viele erst in jüngerer Zeit beschrieben wurden. Lepraflechten gelten als empfindliche Bioindikatoren für Luftqualität und Feuchtigkeitsverhältnisse. Eine Verwechslung mit anderen leprösen Flechten anderer Gattungen ist möglich.