Schuppen-Hundsflechte (Peltigera praetextata)
Name
Schuppen-Hundsflechte (Peltigera praetextata)
Familie
Peltigeraceae
Merkmale
Die Schuppen-Hundsflechte ist eine großlappige Blattflechte mit einem charakteristischen, locker dem Untergrund aufliegenden Lager. Die Oberseite ist graugrün bis bräunlich gefärbt und wirkt bei Feuchtigkeit deutlich grüner, da die Grünalgen dann aktiv sind. Der Rand des Lagers ist typischerweise aufgebogen und trägt kleine, schuppenartige Isidien, die der Art ihren deutschen Namen verleihen. Die Unterseite zeigt ein auffälliges Netz aus hellen Adern mit dunklen Rhizinen, die das Lager am Substrat verankern. Apothecien, die sporentragenden Fruchtkörper, sind sattelförmig und rötlich-braun.
Standort und Verbreitung
Die Schuppen-Hundsflechte wächst auf Totholz, Erde und Moos und bevorzugt feuchte, schattige Wälder mit hoher Luftfeuchtigkeit. Sie ist in Europa weit verbreitet und kommt in gemäßigten Zonen Nordamerikas und Asiens vor. In Deutschland findet man sie vor allem in Laub- und Mischwäldern, an schattigen Böschungen und in Schluchtwäldern. Das abgebildete Exemplar wurde im September 2010 auf dem Amelungsberg nachgewiesen. Die Erscheinungszeit erstreckt sich ganzjährig, wobei die Flechte bei feuchter Witterung besonders vital und gut erkennbar ist.
Besonderheiten
Wie viele Peltigera-Arten lebt die Schuppen-Hundsflechte in Symbiose mit Cyanobakterien, die als photosynthetischer Partner am Flechtenlager beteiligt sind. Diese Cyanobakterien können Luftstickstoff fixieren und tragen damit zur Stickstoffversorgung der Flechte bei. Die Art gilt als charakteristisch für naturnahe, luftfeuchte Waldstandorte. Verwechslungen sind mit anderen großlappigen Hundsflechten möglich, insbesondere mit ähnlichen Arten wie Peltigera membranacea. Charakteristisch für Peltigera praetextata sind die zahlreichen schuppenartigen Auswüchse (Schizidien) vor allem an den Lagerrändern und entlang von Rissen. In Deutschland steht die Art auf der Vorwarnliste.