Pfriemen-Geweihflechte (Cladonia subulata)

Die Pfriemen-Geweihflechte wächst auf sauren, manchmal sandigen oder lehmigen Böden

Name

Pfriemen-Geweihflechte (Cladonia subulata)

Familie

Cladoniaceae

Merkmale

Die Pfriemen-Geweihflechte bildet aufrechte, schlanke Podetien, die an ihrer Spitze spitz zulaufen und an Pfriemen oder feine Nadeln erinnern – daher der treffende deutsche Name. Die Podetien sind graugrün bis blass grünlich gefärbt und können eine Höhe von zwei bis vier Zentimetern erreichen. Die Oberfläche wirkt körnig-sorediös und ist teilweise mit kleinen Schüppchen besetzt. Apothecien sind selten und braun gefärbt; sie sitzen an den Spitzen der Podetien. Der Thallus besteht aus einem unauffälligen Grundlager aus kleinen, grünen Schüppchen.

Standort und Verbreitung

Die Pfriemen-Geweihflechte wächst bevorzugt an Wegrändern, in Heide- und Moorbiotopen sowie an anderen offenen, sonnigen und nährstoffarmen Standorten. Sie besiedelt saure, manchmal sandige oder lehmige Böden und meidet stickstoffreiche Standorte konsequent. Die Art gilt als Zeigerpflanze für magere, ungestörte Lebensräume. Geografisch ist sie in weiten Teilen Europas verbreitet, kommt aber auch in Nordamerika und anderen gemäßigten Zonen vor. Als Flechte ist sie ganzjährig zu beobachten, die roten Apothecien treten jedoch vor allem im Frühjahr und Sommer deutlich hervor.

Besonderheiten

Die Pfriemen-Geweihflechte gilt in vielen Regionen als Indikator für ökologisch wertvolle, nährstoffarme Lebensräume und ist daher naturschutzfachlich bedeutsam. Durch Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft und die Verbuschung offener Heideflächen gehen geeignete Standorte zunehmend verloren, weshalb die Art regional als gefährdet eingestuft wird. Verwechslungen sind mit ähnlichen schlanken Geweihflechten möglich, die ebenfalls spitze Podetien ausbilden – ein genauer Blick auf die charakteristischen roten Apothecien hilft bei der sicheren Bestimmung. Eine wirtschaftliche Nutzung ist nicht bekannt.