Gesprenkelte Becherflechte (Cladonia rangiformis)

Cladonia rangiformis wächst an lichtreichen Standorten auf kalkhaltigem Gestein

Name

Gesprenkelte Becherflechte (Cladonia rangiformis)

Familie

Cladoniaceae

Merkmale

Cladonia rangiformis bildet dichte, strauchig verzweigte Lager aus, die in ihrer Erscheinung der echten Rentierflechte ähneln – daher auch der volkstümliche Name Falsche Rentierflechte. Die Podetien sind reich verzweigt, meist graugrün bis grauweißlich gefärbt und besitzen eine körnig-sorediöse Oberfläche, die dem Thallus ein gesprenkelt-raues Aussehen verleiht. Die Verzweigungen sind typischerweise unregelmäßig und spreizen sich nach allen Seiten. Apothecien, also die Fruchtkörper zur sexuellen Sporenbildung, werden nur selten ausgebildet; die Vermehrung erfolgt daher überwiegend vegetativ.

Standort und Verbreitung

Die Art bevorzugt lichtreiche, offene Standorte auf kalkhaltigem oder basenreichem Gestein sowie auf Halbtrockenrasen und Magerwiesen. Sie ist in Europa weit verbreitet und kommt von der Tiefebene bis in montane Lagen vor, besonders häufig in mediterranen und submediterranen Regionen sowie in kontinental geprägten Gebieten Mitteleuropas. Unter günstigen Bedingungen kann sie ausgedehnte, flächige Bestände bilden. Als ausdauernde Flechte ist Cladonia rangiformis ganzjährig zu beobachten, ohne ausgeprägte saisonale Erscheinungszeit.

Besonderheiten

Cladonia rangiformis gilt als charakteristische Art der Kalkmagerrasen und ist ein wertvoller Indikator für naturnahe, nährstoffarme Standorte. Verwechslungen sind vor allem mit der echten Rentierflechte möglich, die jedoch eher auf sauren, moosreichen Böden wächst und eine etwas andere Verzweigungsstruktur aufweist. Die Art ist gegenüber Stickstoffeinträgen und Eutrophierung empfindlich und kann als Zeiger für den Erhaltungszustand von Magerrasen dienen. In Deutschland ist sie regional rückläufig, da geeignete Magerstandorte durch Nutzungsaufgabe oder Düngung verloren gehen.