Krustenflechte Clauzadea immersa
Name
Clauzadea immersa
Familie
Porpidiaceae
Merkmale
Clauzadea immersa ist eine Krustenflechte, die eng mit ihrem Substrat verwächst und keinen freistehenden Lager-Rand ausbildet. Der Thallus ist meist dünn, grau bis weißlich-grau gefärbt und liegt flach dem Gestein auf. Charakteristisch sind die eingesenkten, oft schwärzlichen Apothecien, die dem Gestein regelrecht eingebettet erscheinen – daher auch der Artname immersa (lateinisch für eingetaucht oder eingesenkt). Die Sporen sind einzellig und farblos.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt bevorzugt nährstoffarme Kalk- und Dolomitgesteine, häufig an exponierten Felsen, Felswänden und Steinblöcken. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige, trockene Standorte und ist typisch für Kalkfelsfluren und alpine Gesteinshabitate. Clauzadea immersa ist in Europa weit verbreitet, mit Schwerpunkt in kalkreichen Gebirgsregionen wie den Alpen, dem Jura und mediterranen Felsgebieten. Eine ausgeprägte Saison ist nicht bekannt; als ausdauernde Flechte ist sie ganzjährig zu beobachten.
Besonderheiten
Clauzadea immersa gilt als charakteristische Zeigerart für naturnahe, ungestörte Kalkfelsstandorte und ist ein Indikator für geringe Luftverschmutzung, da Flechten generell empfindlich auf Stickstoffeinträge und Schadgase reagieren. Verwechslungen sind mit anderen eingesenkten Krustenflechten auf Kalkgestein möglich; eine sichere Bestimmung erfordert oft mikroskopische Untersuchungen der Sporen und Apothecien. Über eine wirtschaftliche Nutzung oder Giftigkeit liegen keine Angaben vor. Gefährdungseinschätzungen variieren regional, wobei der Verlust naturnaher Kalkfelshabitate durch Überdüngung und Verbrachung als potenzielle Bedrohung gilt.