Schwefelgelbe Becherflechte (Cladonia sulphurina)

Schwefelgelbe Becherflechte wächst auf Totholz oder sauren Böden

Name

Schwefelgelbe Becherflechte (Cladonia sulphurina)

Familie

Cladoniaceae

Merkmale

Die Schwefelgelbe Becherflechte fällt durch ihre charakteristische schwefelgelbe bis gelbgrüne Färbung auf, die ihr den deutschen Namen eingebracht hat. Sie bildet typische Podetien – aufrechte, becherartige Stielchen –, die bei fortgeschrittener Entwicklung unregelmäßig verformt oder zerrissen wirken können. Der Thallus ist kleinschuppig und dem Substrat anliegend. Die Oberfläche der Podetien ist körnig-sorediös und matt.

Standort und Verbreitung

Die Art wächst bevorzugt auf Totholz sowie auf sauren Böden wie Torf und Rohhumus. Sie bevorzugt kühle, niederschlagsreiche und lichtreiche Standorte, wie sie in Mooren, Heiden und borealen Nadelwäldern vorkommen. Geografisch ist Cladonia sulphurina vor allem in der borealen und arktisch-alpinen Zone der Nordhalbkugel verbreitet, in Mitteleuropa daher eher selten und auf Moorstandorte beschränkt – wie etwa das Wunstorfer Moor in Niedersachsen. Die Erscheinungszeit erstreckt sich ganzjährig, gut ausgeprägte Exemplare sind jedoch vor allem im Herbst und Winter zu beobachten.

Besonderheiten

Die Schwefelgelbe Becherflechte gilt in Mitteleuropa als selten und ist ein Zeiger für naturnahe, ungestörte Moorlebensräume. Ihr Vorkommen weist auf intakte, saure und nährstoffarme Standortverhältnisse hin. Verwechslungen sind mit anderen gelblich gefärbten Becherflechten möglich, etwa der Zaunpfahl-Becherflechte oder ähnlichen Arten aus der Gattung Cladonia. Die auffällige Gelbfärbung entsteht durch den Sekundärstoff Usninsäure, der auch antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Eine wirtschaftliche Nutzung der Art ist nicht bekannt.