Lepra-Schwefelflechte (Chrysothrix chlorina)

Lepra-Schwefelflechte an Silikatgestein oder auf Sandstein

Name

Lepra-Schwefelflechte (Chrysothrix chlorina)

Familie

Chrysothricaceae

Merkmale

Die Lepra-Schwefelflechte ist eine auffällig leuchtend schwefelgelb bis gelbgrün gefärbte Krustenflechte. Ihr Lager ist pulverig-körnig und besitzt eine charakteristische lepröse Struktur, das heißt, es besteht fast vollständig aus lockerem Soredienmehl ohne erkennbare Rindenschicht. Apothecien werden so gut wie nie ausgebildet. Die intensive Gelbfärbung entsteht durch den enthaltenen Farbstoff Calycin, ein charakteristisches Pigment dieser Gattung.

Standort und Verbreitung

Die Art wächst bevorzugt an regengeschützten Überhängen und Unterseiten von Silikatgestein sowie auf Sandstein. Typische Lebensräume sind luftfeuchte Schluchten, schattige Laubwälder und feuchte Felswände mit geringer Sonneneinstrahlung. Die Lepra-Schwefelflechte ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in Mitteleuropa regelmäßig vor, darunter in Deutschland, etwa an der Porta Westfalica. Sie ist ganzjährig sichtbar, da Flechten keine ausgeprägte Saisonalität zeigen.

Besonderheiten

Die intensive Gelbfärbung macht die Lepra-Schwefelflechte zu einer auffälligen Krustenflechte. Ähnlich gefärbte Arten können jedoch eine ähnliche lepröse Lagerstruktur aufweisen und sind teilweise nur anhand ihrer chemischen Merkmale und ihrer unterschiedlichen Substratansprüche sicher zu unterscheiden. Die Art bevorzugt luftfeuchte, schattige Felsstandorte und meidet nährstoffreiche, insbesondere stickstoffreiche Standorte. Flechten allgemein können als Bioindikatoren für Veränderungen der Luftqualität genutzt werden. Die Art kommt in Deutschland vor und ist nicht generell auf stark belastete oder nährstoffreiche Standorte spezialisiert.