Blasenflechte (Hypogymnia physodes)
Name
Blasenflechte (Hypogymnia physodes)
Familie
Parmeliaceae
Merkmale
Die Blasenflechte ist eine mittelgroße Laubflechte mit charakteristisch hohlen, blasenartigen Lappen, die ihr sowohl den deutschen Namen als auch ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen. Die Oberseite der Lappen ist graugrün bis blaugrau gefärbt, die Unterseite dunkelbraun bis schwarz und ohne Rhizinen. Der Thallus wächst rosettenartig und liegt dem Substrat locker auf. Die Lappen sind röhrenförmig aufgebläht und an den Enden oft nach oben gebogen. Apothecien sind braun und schüsselförmig, treten aber nicht immer auf.
Standort und Verbreitung
Die Blasenflechte besiedelt bevorzugt saure Borken von Laub- und Nadelbäumen, etwa Eichen, Birken, Fichten und Kiefern, aber auch Totholz, Zaunpfähle und silikatisches Gestein. Sie gilt als Zeigerpflanze für mäßig luftreingereinigte bis leicht belastete Standorte und ist gegenüber Schwefeldioxid empfindlich, toleriert jedoch moderate Stickstoffeinträge besser als viele andere Flechten. Die Art ist in Europa weit verbreitet und zählt zu den häufigsten Flechten Mitteleuropas, kommt aber auch in Nordamerika und Asien vor. Erscheinungszeit: ganzjährig sichtbar, Funde möglich von Januar bis Dezember.
Besonderheiten
Die Blasenflechte dient als Bioindikator für Luftqualität und wurde intensiv in der Flechtenkartierung zur Überwachung von Luftverschmutzung eingesetzt. Sie enthält den Sekundärstoff Physodsäure, der ihr eine gewisse Resistenz gegenüber Fraßfeinden verleiht und auch antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Verwechslungen sind möglich mit ähnlichen Blattflechten aus der Familie der Parmeliaceae, die jedoch meist keine vollständig hohlen Lappen aufweisen. Die Art ist ungiftig und nicht gefährdet.