Sorediöse Astflechte (Ramalina farinacea)

Die Sorediöse Astflechte wächst an Stämmen und im Kronenbereich

Name

Sorediöse Astflechte (Ramalina farinacea)

Familie

Ramalinaceae

Merkmale

Die Sorediöse Astflechte bildet strauchförmige, bandförmig abgeflachte Lager, die graugrün bis gelblichgrün gefärbt sind. Ein charakteristisches Gattungsmerkmal der Ramalinen ist, dass Ober- und Unterseite des Lagers optisch identisch oder zumindest sehr ähnlich aussehen – ein deutlicher Unterschied zu verwandten Strauchflechten wie der Pflaumenzweig-Flechte, bei der Ober- und Unterseite klar verschieden sind. Namensgebend sind die Soredien: körnige, mehlstaubartige Vermehrungsstrukturen, die in deutlich abgegrenzten Soralen an den Lageroberflächen auftreten.

Standort und Verbreitung

Ramalina farinacea wächst bevorzugt an Stämmen und im Kronenbereich von Laub- und Nadelbäumen, seltener auch auf Gestein. Die Art bevorzugt luftfeuchte, mäßig nährstoffreiche Standorte und gilt als mäßig empfindlich gegenüber Luftverschmutzung, weshalb sie als Bioindikator für Luftqualität genutzt werden kann. Verbreitet ist sie in weiten Teilen Europas sowie in gemäßigten Zonen weltweit. Als Flechte ist sie ganzjährig zu beobachten, ohne ausgeprägte Erscheinungssaison.

Besonderheiten

Die Sorediöse Astflechte vermehrt sich vegetativ über Soredien, die vom Wind verbreitet werden. Flechten allgemein sind Lebensgemeinschaften aus Pilzen und Algen oder Cyanobakterien. Ramalina farinacea enthält wie viele Ramalinen sekundäre Flechtenstoffe. Die Art kann zur Beurteilung der Luftqualität herangezogen werden, ist jedoch im Vergleich zu vielen anderen Flechten relativ tolerant gegenüber Luftverschmutzung und kann auch in mäßig belasteten Gebieten vorkommen. Eine Verwechslung ist vor allem mit der Pflaumenzweig-Flechte möglich, die sich jedoch durch die deutlich verschiedenen Ober- und Unterseiten ihres Lagers unterscheidet.