Weiße Taubnessel (Lamium album)
Name
Weiße Taubnessel (Lamium album)
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Merkmale
Die Weiße Taubnessel ist eine ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Ihre Stängel sind vierkantig und leicht behaart, die Blätter herzförmig bis eiförmig, gesägt und gegenständig angeordnet – sie ähneln optisch der Brennnessel, besitzen jedoch keine Brennhaare. Die auffälligen weißen Lippenblüten erscheinen in Quirlen um den Stängel und sind typisch zweilippig gebaut, mit einem gewölbten Helm und einer dreilappigen Unterlippe.
Standort und Verbreitung
Lamium album bevorzugt nährstoff- und stickstoffreiche Böden und ist auf Wiesen, an Wegrändern, Zäunen, Schuttplätzen und in Gärten zu finden. Die Art ist ein typischer Kulturfolger und in ganz Europa sowie weiten Teilen Asiens verbreitet. In Deutschland gehört sie zu den häufigen Wildpflanzen und fehlt kaum in einer Region. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis November, womit die Weiße Taubnessel zu den ausdauernd blühenden Wildkräutern zählt und eine wichtige Nektarquelle für Hummeln und andere Insekten darstellt.
Besonderheiten
In der Naturheilkunde wird die Weiße Taubnessel vielseitig eingesetzt: Blüten und Blätter finden Verwendung bei Erkrankungen der Atemwege, Magen-Darm-Beschwerden sowie zur Kreislauf-Stabilisierung. Volksmedizinisch gelten Tee-Zubereitungen aus den Blüten als entzündungshemmend und krampflösend. Die Pflanze ist nicht giftig und gilt als essbar – junge Blätter und Blüten lassen sich in Salaten oder als Wildkräuterzutat verwenden. Verwechslungen mit der Brennnessel sind möglich, jedoch harmlos, da die Weiße Taubnessel keine Brennwirkung besitzt. Auch die Gefleckte Taubnessel ist eine ähnliche Art, unterscheidet sich aber durch weißliche Blattflecken.