Gewöhnliches Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis ssp. arvensis)
Name
Gewöhnliches Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis ssp. arvensis)
Familie
Veilchengewächse (Violaceae)
Merkmale
Das Gewöhnliche Acker-Stiefmütterchen ist eine einjährige bis zweijährige krautige Pflanze, die meist 10 bis 30 cm hoch wird. Die Blätter sind wechselständig, eiförmig bis länglich und gekerbt. Auffällig sind die großen, blattähnlichen Nebenblätter, die tief fiederspaltig gegliedert sind. Die Blüten sind klein und cremefarben bis hellgelb, oft mit violetten Streifen auf den unteren Kronblättern. Im Vergleich zum Garten-Stiefmütterchen wirken die Blüten deutlich kleiner und unscheinbarer. Die Pflanze bildet eine Kapselfrüchte, die bei Reife aufspringt und die Samen ausschleudert.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt bevorzugt nährstoffreiche, gestörte Böden auf Äckern, Ruderalflächen und in Wiesenbiotopen. Als typischer Kulturfolger ist sie eng mit landwirtschaftlicher Nutzung verbunden und gilt als häufiges Ackerunkraut. Sie bevorzugt lehmige bis sandige, kalkhaltige Böden in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Verbreitet ist sie in ganz Europa sowie in weiten Teilen Asiens und wurde als Neophyt auch in Nordamerika eingebürgert. In Deutschland zählt sie zu den häufigsten Ackerbegleitkräutern. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Oktober, wobei die Pflanze bei mildem Klima nahezu ganzjährig blühen kann.
Besonderheiten
Das Gewöhnliche Acker-Stiefmütterchen hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde. Es wird bei Erkältungen, Husten sowie bei Hautproblemen wie Ekzemen oder Schuppenflechte eingesetzt, da es entzündungshemmende und schleimlösende Inhaltsstoffe enthält. Verwechslungen sind möglich mit dem Wilden Stiefmütterchen, das ähnliche Standorte besiedelt, jedoch meist größere und stärker violett gefärbte Blüten aufweist. Die Art gilt als nicht gefährdet und ist in der Roten Liste Deutschland nicht gelistet. Für Insekten, besonders für Wildbienen und Schmetterlinge, stellt die lang andauernde Blütezeit eine wertvolle Nektarquelle dar.