Stängelumfassende Taubnessel (Lamium amplexicaule)
Name
Stängelumfassende Taubnessel (Lamium amplexicaule)
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Merkmale
Die Stängelumfassende Taubnessel ist eine einjährige bis zweiährige, niedrig wachsende Pflanze, die meist zwischen 10 und 30 cm Höhe erreicht. Charakteristisch sind die rundlich-herzförmigen, tief gekerbten Blätter, die den Stängel halbkreisförmig umfassen – daher der deutsche Name. Die Stängelblätter sind sitzend und stängelumfassend, während die unteren Blätter gestielt sind. Die Blüten sind typisch zweilippig, leuchtend rosa bis purpurrot gefärbt und erscheinen in Quirlen um den vierkantig geformten Stängel. Auffällig ist, dass neben den normalen, offenen Blüten auch kleistogame, geschlossene Blüten auftreten, die sich selbst bestäuben.
Standort und Verbreitung
Lamium amplexicaule wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, oft gestörten Böden. Typische Standorte sind Ruderalflächen, Wegränder, Äcker, Gärten und Wiesen. Die Art gilt als Kulturfolger und ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet. In Mitteleuropa ist sie häufig anzutreffen und gilt als klassisches Ackerunkraut. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Juli, in milden Lagen kann die Pflanze sogar noch im Herbst oder Winter blühen.
Besonderheiten
In der Naturheilkunde wird die Stängelumfassende Taubnessel traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Darüber hinaus gelten Blüten und junge Blätter als essbar und wurden früher als Wildgemüse genutzt. Die Pflanze ist für Bienen und Hummeln eine wichtige frühe Nektarquelle im Frühjahr. Verwechslungen sind möglich mit anderen Taubnesseln wie der Roten Taubnessel oder der Gefleckten Taubnessel, die sich jedoch durch gestielte Stängelblätter unterscheiden. Die Art ist nicht giftig und gilt in Mitteleuropa als ungefährdet.