Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus)

Die Gewöhnliche Pestwurz wächst im Uferbereich von Bächen oder Flüssen

Name

Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus)

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Merkmale

Die Gewöhnliche Pestwurz ist eine ausdauernde Staude mit einem kräftigen, weitreichenden Rhizom. Besonders auffällig sind ihre riesigen, herzförmigen Blätter, die im Sommer Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen können und damit zu den größten Blättern der heimischen Flora zählen. Die Blätter sind oberseits grün und unterseits graufilzig behaart. Die Blüten erscheinen noch vor den Blättern und sind in dichten, walzenförmigen Blütenständen angeordnet, die rötlich bis purpurfarben wirken. Männliche und weibliche Blütenstände wachsen auf getrennten Pflanzen.

Standort und Verbreitung

Petasites hybridus bevorzugt feuchte bis nasse Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit. Sie wächst typischerweise auf Feuchtwiesen sowie in Uferbereichen von Bächen und Flüssen, wo sie oft ausgedehnte, dichte Bestände bildet. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet und in Deutschland nahezu flächendeckend anzutreffen. Sie gedeiht am besten auf nährstoffreichen, lehmigen bis tonigen Böden. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis April, womit die Pestwurz zu den früh blühenden Pflanzen des Jahres gehört.

Besonderheiten

Im Uferbereich übernimmt die Gewöhnliche Pestwurz eine wichtige ökologische Funktion als sogenannter Schwemmland-Festiger: Ihr dichtes, weitverzweigtes Wurzelwerk stabilisiert Uferböden und schützt sie vor Erosion durch Hochwasser. Früher wurde die Pflanze in der Volksmedizin gegen Pest und Fieber eingesetzt, worauf auch ihr deutscher Name hinweist. Inhaltsstoffe wie Petasin werden heute in der Phytotherapie zur Behandlung von Migräne und Heuschnupfen genutzt. Allerdings enthält die Pflanze auch Pyrrolizidinalkaloide, die bei unsachgemäßem Verzehr leberschädigend wirken können. Als Verwechslungsart gilt der Huflattich, dessen Blätter jedoch deutlich kleiner sind.