Tannenbärlapp (Huperzia selago)
Name
Tannenbärlapp (Huperzia selago)
Familie
Huperziaceae
Merkmale
Der Tannenbärlapp ist ein immergrüner, krautiger Bärlappartiger mit aufrechten, dicht beblätterten Sprossen, die an kleine Tannenzweige erinnern – daher der treffende deutsche Name. Die schmalen, lanzettlichen Blätter sind spitz zulaufend, dunkelgrün und ringsum gleichmäßig am Stängel angeordnet. Die Pflanze erreicht typischerweise Wuchshöhen von fünf bis fünfzehn Zentimetern. Anders als viele verwandte Arten bildet Huperzia selago keine zapfenartigen Sporenähren aus; die Sporangien sitzen stattdessen einzeln in den Blattachseln und sind damit unauffällig in den Spross integriert.
Standort und Verbreitung
Der Tannenbärlapp besiedelt saure, nährstoffarme Böden in lichten Nadelwäldern, bevorzugt in montanen und subalpinen Lagen. Er wächst häufig in Fichtenwäldern, auf Heiden, Mooren und felsigen Hängen, oft gemeinsam mit Moosen und anderen Bärlappartigen. Die Art ist in Europa, Nordasien und Nordamerika verbreitet, in Deutschland vor allem in den Mittelgebirgen und Alpen anzutreffen, wo sie jedoch vielerorts selten geworden ist. Die Sporenreife erstreckt sich von Juli bis Dezember.
Besonderheiten
Der Tannenbärlapp gilt als giftig: Er enthält das Alkaloid Selaginoidin sowie weitere toxische Verbindungen, weshalb er weder innerlich angewendet noch als Heilpflanze genutzt werden sollte. Historisch wurde er in der Volksmedizin vereinzelt eingesetzt, was heute jedoch als gefährlich gilt. In Deutschland steht die Art unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden. Verwechslungen sind mit anderen Bärlappartigen möglich, die jedoch meist deutlich erkennbare Sporenähren ausbilden – ein sicheres Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Tannenbärlapp.