Gelappter Schildfarn (Polystichum aculeatum)

Polystichum aculeatum wächst in feuchten Schlucht- oder Bergwäldern

Name

Gelappter Schildfarn (Polystichum aculeatum)

Familie

Dryopteridaceae (Wurmfarngewächse)

Merkmale

Der Gelappte Schildfarn ist ein immergrüner, kräftiger Farn mit dunkelgrünen, ledrigen und glänzenden Wedeln, die eine Länge von bis zu 80 cm erreichen können. Die Wedel sind doppelt gefiedert, wobei die einzelnen Fiederchen an ihrer Spitze charakteristisch stachelspitzig gezähnt sind – daher auch der Artname aculeatum (lat. stachelig). Der Blattstiel ist dicht mit braunen Spreuschuppen besetzt. Die Sori, also die Sporenhäufchen auf der Blattunterseite, sind von einem schildförmigen Schleier (Indusium) bedeckt, was der gesamten Gattung den Namen Schildfarn eingebracht hat.

Standort und Verbreitung

Der Gelappte Schildfarn besiedelt feuchte Schlucht- und Bergwälder, oft an schattigen Hängen, Bachschluchten und steinigen Waldböden mit kalkreichen oder basenreichen Substraten. Er bevorzugt höhere Lagen der Mittelgebirge und Alpen und fehlt im norddeutschen Flachland weitgehend. In Deutschland kommt er unter anderem im Süntel (Weserbergland) vor. Die Art ist in weiten Teilen Europas, Westasiens und Nordafrikas verbreitet. Als immergrüne Art ist der Farn ganzjährig zu beobachten; die Sporenreife erfolgt typischerweise von Juli bis September.

Besonderheiten

Der Gelappte Schildfarn wird häufig mit dem Weichen Schildfarn verwechselt, der jedoch weniger ledrige und mattere Wedel besitzt. In der Roten Liste gilt die Art in Deutschland als nicht gefährdet, ist aber aufgrund ihrer Bindung an naturnahe Wälder ein guter Indikator für alte, ungestörte Waldstandorte. Gelegentlich wird er als Zierpflanze in Steingärten oder schattigen Gartenbeeten kultiviert. Eine Nutzung als Heil- oder Nahrungspflanze ist nicht bekannt.