Echte Mondraute (Botrychium lunaria)
Name
Echte Mondraute (Botrychium lunaria)
Familie
Ophioglossaceae (Natternzungengewächse)
Merkmale
Die Echte Mondraute ist ein kleiner, unscheinbarer Farn, der meist nur 5 bis 20 Zentimeter hoch wird. Charakteristisch ist, dass die Pflanze lediglich ein einziges Blatt ausbildet, das in zwei Abschnitte gegliedert ist: einen sterilen, fächerförmig-gefiederten Blattabschnitt mit halbmondförmigen Fiedern – daher der Name Mondraute – sowie einen aufrechten, fertilen Sporenträger, der die Sporangien in traubenartiger Anordnung trägt. Die Pflanze ist hellgrün bis gelblichgrün gefärbt und wirkt insgesamt zierlich und zart.
Standort und Verbreitung
Die Echte Mondraute wächst bevorzugt auf Kalk-Magerrasen, in Heidebiotopen sowie auf mageren Bergwiesen und alpinen Rasen. Sie bevorzugt nährstoffarme, gut durchlüftete Böden in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Die Art ist in Europa weit verbreitet, gilt jedoch vielerorts als selten und steht unter Schutz. In Deutschland kommt sie vor allem in Mittelgebirgslagen und im Alpenvorland vor. Die Erscheinungszeit liegt zwischen Mai und August, wobei die Sporangien im Frühsommer reifen.
Besonderheiten
Die Echte Mondraute ernährt sich mykoheterotroph, das heißt, sie ist auf speziell angepasste Wurzelpilze angewiesen, von deren Stoffwechselprodukten sie zumindest teilweise parasitisch profitiert. Ohne diese Pilzsymbiose ist die Keimung der Sporen nicht möglich. Die Art gilt in Deutschland als gefährdet und steht auf der Roten Liste. Verwechslungen sind mit anderen Mondrauten-Arten möglich, die jedoch deutlich seltener sind. Die Echte Mondraute ist eine geschützte Pflanzenart und darf weder gepflückt noch ausgegraben werden.