Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

Pteridium aquilinum ist mit bis zu 3 Meter Höhe unser größter heimischer Farn

Name

Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

Familie

Dennstaedtiaceae

Merkmale

Der Adlerfarn ist mit einer Wuchshöhe von bis zu 3 Metern der größte heimische Farn Deutschlands. Die Wedel sind zwei- bis dreifach gefiedert und breit dreieckig bis eiförmig. Die Fiedern stehen waagerecht ab und verleihen der Pflanze ein charakteristisch ausladendes Erscheinungsbild. Der Blattstiel ist kräftig, strohgelb bis bräunlich gefärbt und im Querschnitt zeigt das Leitbündel eine adlerartige Form – daher der deutsche Name. Im Herbst färben sich die Wedel goldbraun bis rostfarben, bevor sie absterben. Das unterirdische Rhizom ist tiefreichend, dunkelbraun und stark verzweigt, was der Pflanze ihre enorme Ausbreitungskraft verleiht.

Standort und Verbreitung

Der Adlerfarn besiedelt lichte Wälder, Waldränder, Heiden, Schlagfluren und Berghänge. Er bevorzugt saure, nährstoffarme und gut durchlüftete Böden, verträgt jedoch auch wechselfeuchte Standorte. Die Art ist weltweit verbreitet und gilt als eine der häufigsten Farnpflanzen überhaupt – sie kommt auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. In Deutschland ist Pteridium aquilinum flächendeckend anzutreffen, besonders häufig in Mittelgebirgslagen. Die jungen Wedel treiben im späten Frühjahr aus, etwa von April bis Mai, und bleiben bis in den Herbst hinein grün. Die Sporenlager befinden sich am Rand der Fiederblättchen und reifen im Sommer, meist zwischen Juli und September.

Besonderheiten

Pteridium aquilinum ist in allen Teilen giftig und enthält das Enzym Thiaminase sowie das krebserregende Ptaquilosid. Besonders für Weidevieh, vor allem Rinder und Pferde, kann der Verzehr tödlich sein. Trotz seiner Giftigkeit wurde der Farn historisch in manchen Kulturen als Nahrungsmittel genutzt, etwa die jungen Wedeltriebe in Japan und Korea – was jedoch aufgrund der Inhaltsstoffe als gesundheitlich bedenklich gilt. Aufgrund seines tief verzweigten Rhizoms und seiner Neigung zur Massenausbreitung kann der Adlerfarn auf Freiflächen und in lichten Wäldern zur echten Plage werden und andere Pflanzenarten verdrängen. Eine Bekämpfung ist schwierig und erfordert wiederholtes Abmähen über mehrere Jahre.