Gelbstieliger Zwergknäueling (Sarcomyxa serotina)
Name
Gelbstieliger Zwergknäueling (Sarcomyxa serotina)
Familie
Mycenaceae
Merkmale
Der Gelbstielige Zwergknäueling besitzt einen muschelförmigen bis fächerartigen Hut, der je nach Alter und Feuchtigkeit olivgrün, gelblich-grün oder bräunlich gefärbt ist. Die Hutoberfläche wirkt leicht schleimig bis klebrig, besonders bei feuchter Witterung. Die Lamellen sind dicht stehend, cremefarben bis gelblich und laufen am kurzen, seitlich ansitzenden Stiel herab. Der Stiel selbst ist auffällig gelb bis gelblich-orange gefärbt, was dem Pilz seinen deutschen Namen verleiht. Das Fleisch ist weißlich bis gelblich, fest und von mild-aromatischem Geruch.
Standort und Verbreitung
Der Gelbstielige Zwergknäueling wächst als Saprobiont auf totem Laubholz, bevorzugt auf Buche, Eiche, Birke und Erle. Seltener besiedelt er andere Laubbäume oder gelegentlich auch Nadelholz. Die Art ist in Europa weit verbreitet und in gemäßigten Laubwäldern regelmäßig anzutreffen. Charakteristisch ist die späte Erscheinungszeit: Der Pilz fruktifiziert von Oktober bis Februar und gilt damit als ausgesprochener Winterpilz, der selbst bei Frost noch zu finden ist.
Besonderheiten
Der Gelbstielige Zwergknäueling gilt als essbar, wird jedoch wegen seines etwas bitteren Geschmacks kulinarisch wenig geschätzt. Langes Kochen kann die Bitterstoffe mildern. Verwechslungen sind möglich mit dem Austernseitling, der jedoch einen weißlichen Stiel besitzt und keine schleimige Hutoberfläche aufweist. Die Fähigkeit, auch bei Minustemperaturen zu wachsen, macht die Art ökologisch bemerkenswert. In manchen Regionen Mitteleuropas ist sie nicht häufig und kann lokal selten sein, gilt aber insgesamt als nicht gefährdet.