Milder Zwergknäueling (Panellus mitis)

Fruchtkörper vom Milden Zwergknäueling Substrate

Name

Milder Zwergknäueling (Panellus mitis)

Familie

Mycenaceae

Merkmale

Der Milde Zwergknäueling ist ein kleiner, seitlings- bis muschelförmig wachsender Pilz mit weißlichem bis cremefarbenem, oft leicht rosa oder violett getöntem Hut. Die Hutoberfläche ist glatt bis leicht schleimig und misst meist nur ein bis drei Zentimeter im Durchmesser. Die Lamellen sind dicht stehend, weißlich und laufen am kurzen, exzentrischen Stiel herab. Das Fleisch ist dünn, zäh und mild im Geschmack – daher der deutsche Name. Der Stiel ist sehr kurz und oft kaum ausgebildet.

Standort und Verbreitung

Der Milde Zwergknäueling wächst an Nadelbaum-Totholz, bevorzugt an liegenden Stämmen und Ästen von Fichte, Kiefer oder Tanne. Er ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in Nordamerika und Asien vor. In Deutschland ist er in Nadelwäldern und Mischwäldern regelmäßig anzutreffen. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Oktober bis März, womit er ein typischer Winterpilz ist, der auch bei Frost noch Fruchtkörper bilden kann.

Besonderheiten

Der Milde Zwergknäueling ist ein Braunfäuleerreger: Er baut gezielt die Zellulose des Holzes ab, während das Lignin weitgehend erhalten bleibt. Das befallene Holz verliert dadurch seine Festigkeit und zerfällt charakteristisch würfelförmig. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem wichtigen Akteur im Nährstoffkreislauf des Waldes. Der Pilz gilt als ungenießbar, ist jedoch nicht giftig. Verwechslungen sind möglich mit anderen kleinen, seitlings wachsenden Arten an Nadelholz, etwa dem Gemeinen Muscheling. Aufgrund seiner Winteraktivität und der schleimigen Hutoberfläche ist er bei näherer Betrachtung jedoch gut erkennbar. Eine Gefährdung besteht derzeit nicht.