Weißer Polsterpilz (Ptychogaster fuliginoides)

Weißer Polsterpilz Nebenfruchtform

Name

Weißer Polsterpilz (Ptychogaster fuliginoides)

Familie

Polyporaceae

Merkmale

Der Weiße Polsterpilz tritt in zwei sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen auf. Die häufigere Nebenfruchtform bildet kissenartige, weiche, weiße bis cremefarbene Polster aus lockerem Myzelgewebe, die asexuell gebildete Sporen (Konidien) produzieren. Diese Polster können beachtliche Ausmaße erreichen und wirken wattig-flaumig. Die wesentlich seltenere Hauptfruchtform Oligoporus ptychogaster bildet kleine, konsolenförmige Hüte mit einer porigen Fruchtschicht auf der Unterseite, wie es für Porlinge typisch ist.

Standort und Verbreitung

Der Weiße Polsterpilz wächst bevorzugt an liegendem Nadelbaum-Totholz, gelegentlich auch in der Nähe von Sümpfen und feuchten Waldstandorten. Er bevorzugt schattige, feuchte Lagen in Nadelwäldern, wo ausreichend morsches Holz vorhanden ist. Die Art ist in Mittel- und Nordeuropa verbreitet, gilt jedoch insgesamt als selten. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von August bis Oktober.

Besonderheiten

Der Weiße Polsterpilz ist ein Weißfäuleerreger, der das Holz seiner Substrate abbaut und damit eine wichtige ökologische Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldes übernimmt. Die Tatsache, dass Nebenfruchtform und Hauptfruchtform so unterschiedlich aussehen, macht die Bestimmung anspruchsvoll und führte historisch dazu, dass beide Formen lange als separate Arten beschrieben wurden. Die Art gilt in vielen Teilen Mitteleuropas als selten und steht in einigen Ländern auf der Roten Liste gefährdeter Pilzarten. Eine Verwechslung ist mit anderen weißlichen Polsterpilzen oder schimmelartigen Pilzformen möglich, weshalb eine genaue Betrachtung des Substrats und der Sporenstruktur empfehlenswert ist. Ein Speisewert ist nicht bekannt.