Anhydrit zu Gips: Gesteinsumwandlung im Gipskarst
Im Gipskarstgebiet vollzieht sich ein faszinierender geologischer Prozess: Anhydrit, das wasserfreie Kalziumsulfat, nimmt beim Kontakt mit Grund- oder Regenwasser Wassermoleküle in sein Kristallgitter auf und wandelt sich dabei in Gips um. Diese Hydratation ist chemisch betrachtet eine vergleichsweise einfache Reaktion, hat aber gewaltige physikalische Folgen – das Gestein dehnt sich dabei um über 60 Prozent seines ursprünglichen Volumens aus. Dieser enorme Druckaufbau sprengt buchstäblich das umgebende Gestein, hebt Geländeoberflächen an und treibt die hohe Dynamik im Verkarstungsprozess entscheidend voran.