Taphrina-Narrentaschen-Pilz (Taphrina farlowii)

Taphrina farlowii an Spätblühender Traubenkirsche

Name

Taphrina-Narrentaschen-Pilz (Taphrina farlowii)

Wirtspflanze

Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina)

Merkmale

Taphrina farlowii verursacht an der Spätblühenden Traubenkirsche zwei charakteristische Schadbilder. An den Blättern entstehen blasige, aufgetriebene Auswüchse, die häufig eine auffällige rötliche bis gelblich-grüne Verfärbung aufweisen und deutlich über die Blattfläche hervorragen. An den Früchten zeigt sich das markantere Schadbild: Die befallenen Kirschen entwickeln sich nicht normal, sondern verkümmern zu hohlen, taschenartigen, verformten Gebilden, die als Narrentaschen bezeichnet werden. Diese Früchte bleiben deutlich kleiner als gesunde Früchte, sind innen hohl und fallen vorzeitig vom Baum ab, bevor sie ausreifen können.

Entstehung und Entwicklung

Der Verursacher ist der obligat parasitische Schlauchpilz Taphrina farlowii, der ausschließlich an Prunus serotina auftritt. Der Pilz überwintert als Myzel in den Knospen der Wirtspflanze und infiziert so beim Frühjahrsaustrieb direkt das frisch austreibende Gewebe. Die Infektion löst eine massive Hypertrophie aus, bei der das Wirtsgewebe unkontrolliert wächst und sich verformt. Der Befallszeitraum erstreckt sich von Mai bis September. Die Sporenbildung erfolgt auf der Oberfläche der befallenen Gewebe, von wo aus Askosporen und Hefestadien neue Infektionen einleiten können. Die enge Bindung an den Neuaustrieb macht den Frühjahrsbefall besonders folgenreich für die Fruchtentwicklung der Wirtspflanze.