Spiralgallen-Blattlaus (Pemphigus spyrothecae)
Name
Spiralgallen-Blattlaus (Pemphigus spyrothecae)
Wirtspflanze
Schwarzpappel (Populus nigra)
Merkmale
Die Spiralgalle sitzt charakteristisch am Blattstiel der Schwarzpappel und entsteht durch eine spiralige Verdrehung des Stiels, die einen geschlossenen Hohlraum einschließt. Die Galle ist anfangs grün und weich, färbt sich zur Reife hin rötlich und verholzt schließlich vollständig. Sie verbleibt auch nach dem Abzug der Blattlauskolonie fest am Baum. Die Oberfläche ist glatt bis leicht gerunzelt, die Form erinnert an eine gedrehte Schnecke oder Spirale – daher der deutsche Name. Größe und Ausprägung variieren je nach Befallsstärke.
Entstehung und Entwicklung
Der Verursacher ist die Blattlausart Pemphigus spyrothecae, deren Stammmutter (Fundatrix) nach dem Schlupf aus einem Winterei gezielt den Blattstiel der Schwarzpappel oder Pyramidenpappel besaugt. Die dabei abgegebenen Speichelsubstanzen lösen eine chemisch induzierte Hypertrophie des Pflanzengewebes aus: Der Blattstiel verdreht sich spiralig und bildet einen schützenden Hohlraum. In diesem entwickelt die Fundatrix durch Jungfernzeugung eine dichte Kolonie, die vor Fressfeinden und Austrocknung gut geschützt ist. Im Sommer verlassen geflügelte Nachkommen die Galle und wandern auf krautige Zwischenwirte, meist Doldenblütler, wo weitere Generationen entstehen. Im Herbst kehren Geschlechtstiere zur Pappel zurück, paaren sich, und die Weibchen legen Wintereier an Rinde oder Knospen ab. Die Gallen sind von April bis November zu beobachten.