Schwammgallwespe (Biorhiza pallida)
Name
Schwammgallwespe (Biorhiza pallida)
Wirtspflanze
Stieleiche (Quercus robur)
Merkmale
Die Schwammgalle entsteht an den Endknospen von Eichen und ist eine der auffälligsten heimischen Gallen überhaupt. Sie erreicht Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern und hat eine unregelmäßig rundliche, leicht lappige Form mit schwammig-weicher, fleischiger Konsistenz – daher der treffende deutsche Name. Die Oberfläche ist zunächst grünlich bis gelblich gefärbt und rötet sich im Reifezustand oft rötlich-bräunlich. Im Inneren befinden sich zahlreiche Kammern, in denen je eine Larve heranwächst. Die Gallen sitzen auffällig an den Zweigspitzen und können ganze Knospen vollständig ersetzen.
Entstehung und Entwicklung
Der Verursacher ist die Gallwespe Biorhiza pallida, die einen komplexen Generationswechsel mit einer geschlechtlichen und einer ungeschlechtlichen Generation vollzieht. Im Spätwinter klettern flügellose, ungeschlechtliche Weibchen die Eichenstämme hinauf und legen ihre Eier in ruhende Blattknospen. Dort regen die schlüpfenden Larven die Bildung der charakteristischen Schwammgallen an. Im Frühsommer schlüpfen aus diesen Gallen geflügelte Männchen und Weibchen der geschlechtlichen Generation, die sich paaren. Die befruchteten Weibchen legen anschließend ihre Eier an den Eichenwurzeln ab. Dort entwickeln sich die Larven in unterirdischen Wurzelgallen, deren Entwicklung zwei bis drei Jahre dauern kann. Danach schlüpfen wieder flügellose Weibchen, die zur Krone aufsteigen und den Zyklus fortsetzen.