Schwammgallwespe (Biorhiza pallida)

Biorhiza pallida an Eichenknospe

Name

Schwammgallwespe (Biorhiza pallida)

Wirtspflanze

Stieleiche (Quercus robur)

Merkmale

Die Schwammgalle entsteht an den Endknospen von Eichen und ist eine der auffälligsten heimischen Gallen überhaupt. Sie erreicht Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern und hat eine unregelmäßig rundliche, leicht lappige Form mit schwammig-weicher, fleischiger Konsistenz – daher der treffende deutsche Name. Die Oberfläche ist zunächst grünlich bis gelblich gefärbt und rötet sich im Reifezustand oft rötlich-bräunlich. Im Inneren befinden sich zahlreiche Kammern, in denen je eine Larve heranwächst. Die Gallen sitzen auffällig an den Zweigspitzen und können ganze Knospen vollständig ersetzen.

Entstehung und Entwicklung

Der Verursacher ist die Gallwespe Biorhiza pallida, die einen bemerkenswerten zweijährigen Generationswechsel vollzieht. Zwischen Dezember und Februar erklimmen flügellose, ungeschlechtliche Weibchen die Eichenstämme und legen ihre Eier in die Endknospen. Dort regen Larvenausscheidungen die Pflanze zur Bildung der charakteristischen Schwammgallen an. Im Sommer schlüpfen aus diesen Gallen geflügelte Männchen und Weibchen der bisexuellen Generation, paaren sich und die befruchteten Weibchen wandern in den Boden. Dort legen sie ihre Eier an die Eichenwurzeln, wo die Larven eine zweijährige Entwicklungsphase in unauffälligen Wurzelgallen durchlaufen. Erst danach schlüpfen wieder die flügellosen Weibchen und der Kreislauf beginnt von vorn – ein in der Insektenwelt außergewöhnlich komplexer Lebenszyklus.