Eichenlinsengallwespe (Neuroterus quercusbaccarum)

Eichenlinsengallwespe Lebensweise

Name

Eichenlinsengallwespe (Neuroterus quercusbaccarum)

Wirtspflanze

Stieleiche (Quercus robur)

Merkmale

Die Linsengallen der Eichenlinsengallwespe sind flache, linsenförmige Gebilde von 4–6 mm Durchmesser, die an der Blattunterseite der Eiche sitzen. Ihre Färbung reicht von gelblich bis rötlich, wobei die Oberfläche charakteristisch mit sternförmig angeordneten Haaren besetzt ist. Auf der Blattoberseite ist die Galle oft als leichte Erhebung erkennbar. Im Herbst lösen sich die Gallen eigenständig vom Blatt und fallen zu Boden – unabhängig vom Blattfall der Wirtspflanze. Im Frühjahr entstehen an männlichen Eichenkätzchen zusätzlich kugelige, saftige Beergallen, die eine deutlich andere Form aufweisen und zur bisexuellen Generation gehören.

Entstehung und Entwicklung

Der Verursacher ist die Gallwespe Neuroterus quercusbaccarum, die einen zweigliedrigen Generationswechsel durchläuft. Im Frühjahr schlüpfen aus den überwinterten Linsengallen im Laub ausschließlich Weibchen der agamen Generation. Diese legen ihre Eier ohne Befruchtung an männliche Eichenkätzchen ab, woraus kugelige Beergallen entstehen. Im Juni schlüpft daraus die bisexuelle Generation mit Männchen und Weibchen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier an die Blattunterseite der Eiche, woraufhin sich die typischen Linsengallen bilden. Die Larve entwickelt sich im Inneren der Galle und überwintert nach dem Abfallen der Galle im Laubstreu am Boden. Dieser Wechsel zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung ist charakteristisch für viele Gallwespenarten.