Gekrümmte Eichengallwespe (Andricus curvator)
Name
Gekrümmte Eichengallwespe (Andricus curvator)
Wirtspflanze
Stieleiche (Quercus robur)
Merkmale
Die Gallen von Andricus curvator entstehen an Blattstielen oder Blattnerven der Stieleiche und fallen durch ihre unregelmäßige, leicht höckerige Form auf. Mit einer Größe von etwa 8 mm sind sie vergleichsweise klein und zunächst grün gefärbt, bevor sie im Laufe der Entwicklung eine bräunliche Tönung annehmen. Die Wandung ist dünnwandig und relativ zart. Charakteristisch ist die Neigung mehrerer Gallen, miteinander zu verschmelzen und dabei größere Komplexe zu bilden. Diese Fusionen können die Blattspreite spürbar verformen – sie wird gestaucht oder deutlich gekrümmt, was das Schadbild an befallenen Blättern gut erkennbar macht. Im Inneren jeder Galle befindet sich eine zentrale Larvenkammer.
Entstehung und Entwicklung
Der Verursacher ist die Gallwespe Andricus curvator, die einen zweigeteilten Lebenszyklus mit einem sexuellen und einem agamischen Generationswechsel durchläuft. Der im Text beschriebene Abschnitt betrifft die bisexuelle Generation: Im April legen befruchtete Weibchen ihre Eier in frisch austreibende Knospen der Stieleiche ab. Der chemische und mechanische Reiz der sich entwickelnden Larve löst im Pflanzengewebe eine Gallenbildung aus. Die Larve ernährt sich vom nährstoffreichen Gallengewebe und entwickelt sich in der zentralen Larvenkammer. Von Mai bis Juni schlüpfen aus diesen Gallen Imagines beider Geschlechter. Nach der Paarung legen die Weibchen der agamischen Folgegeneration ihre Eier in Knospen ab, woraus andere Gallentypen entstehen, die häufig an Eichenkätzchen oder Knospen zu finden sind und der Überwinterung dienen. Dieser Generationswechsel zwischen zwei morphologisch sehr unterschiedlichen Gallenformen ist typisch für viele Eichengallwespen.