Gemeine Haarschnecke (Trochulus hispidus)

Trochulus hispidus lebt in Wäldern oder auf Ruderalflächen

Name

Gemeine Haarschnecke (Trochulus hispidus)

Familie

Hygromiidae (Haarstegschnecken)

Körpergröße

Bis 12 mm Gehäusebreite

Merkmale

Die Gemeine Haarschnecke besitzt ein flach-kegelförmiges, braun bis graubraun gefärbtes Gehäuse mit deutlich sichtbarer Rippen- und Nahtstruktur. Charakteristisches Merkmal junger Tiere ist die dichte Behaarung des Gehäuses mit kurzen, gekrümmten Härchen – daher auch der deutsche Name. Bei älteren Exemplaren sind diese Haare meist vollständig abgerieben oder ausgefallen, sodass das Gehäuse glatt und glänzend wirkt. Die Mündung ist oval bis rundlich, der Nabel eng. Das Gehäuse erreicht eine Breite von bis zu 12 mm bei einer Höhe von etwa 6–8 mm.

Lebensraum

Die Gemeine Haarschnecke ist eine ausgesprochen anpassungsfähige Art und besiedelt eine Vielzahl feuchter bis mäßig feuchter Lebensräume: Laubwälder, Hecken-Biotope, Ruderalflächen, Gärten, Ufergebüsche und Parkanlagen. Trockene Standorte werden konsequent gemieden. Die Art ist ganzjährig aktiv, bei günstiger Witterung auch im Winter. Besonders aktiv zeigt sie sich in den feuchten Monaten von Frühjahr bis Herbst, also etwa von März bis Oktober.

Besonderheiten

Die Gemeine Haarschnecke ernährt sich überwiegend von abgestorbenem oder frischem Pflanzenmaterial, mit einer deutlichen Vorliebe für Brennnesseln. Damit übernimmt sie eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf als Zersetzer. Die Funktion der Gehäusehaare bei Jungtieren ist noch nicht abschließend geklärt – diskutiert werden bessere Haftung an Pflanzen sowie ein Schutz vor Austrocknung. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und gilt als ungefährdet. Verwechslungen sind möglich mit der Bergschnecke (Trochulus striolatus), die jedoch deutlich stärker gerippt ist, sowie mit anderen Hygromiiden. Als Zwischenwirt für parasitische Saugwürmer kann die Art eine Rolle in Nahrungsketten spielen.