Gewächshaus-Tausendfüßer (Oxidus gracilis)

Gewächshaus-Tausendfüßer Oxidus gracilis

Name

Gewächshaus-Tausendfüßer (Oxidus gracilis)

Familie

Paradoxosomatidae

Körpergröße

Körperlänge: 16–23 mm

Merkmale

Oxidus gracilis ist ein schlanker, walzenförmiger Tausendfüßer aus der Ordnung der Bandfüßer (Polydesmida). Der Körper ist in deutlich abgesetzte Segmente gegliedert und trägt seitlich abstehende Kielplatten, die sogenannten Paranota, was typisch für die Familie der Paradoxosomatidae ist. Die Färbung variiert von hellbraun bis dunkelbraun, oft mit einem etwas helleren Seitenrand. Wie alle Diplopoden trägt jedes Rumpfsegment zwei Beinpaare. Adulte Tiere besitzen keine Augen, die Orientierung erfolgt über Antennen und Tastsinne.

Lebensraum

Die Art stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde durch den internationalen Pflanzenhandel weltweit verschleppt. In Mitteleuropa ist Oxidus gracilis vor allem in Gewächshäusern, Gärtnereien, botanischen Gärten und anderen geschützten, warmen Standorten anzutreffen. Auch in Gärten und angrenzenden Komposthaufen kann die Art vorkommen. Bevorzugt werden feuchte, humusreiche Standorte mit reichlich verrottendem Pflanzenmaterial. In beheizten Gewächshäusern können die Tiere ganzjährig aktiv sein; im Freiland sind sie in Mitteleuropa dagegen stark von günstigen, geschützten Bedingungen abhängig.

Besonderheiten

Bei günstigen Bedingungen – vor allem in Gewächshäusern mit reichem Nahrungsangebot – kann es zu teils eindrucksvollen Massenvermehrungen kommen, die als störend empfunden werden. Die Art ernährt sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial und Detritus, kann unter bestimmten Bedingungen jedoch auch an lebendem Pflanzenmaterial fressen und dadurch insbesondere empfindliche oder junge Pflanzen schädigen. Wie viele Diplopoden kann Oxidus gracilis bei Bedrohung Wehrsekrete absondern, die Fressfeinde abschrecken. Die Art gilt als etablierter Neozoon in vielen europäischen Ländern. Eine Bekämpfung ist bei reinem Auftreten im Boden oder Kompost in der Regel nicht notwendig.