Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi)

Kirschfruchtfliege Rhagoletis cerasi

Name

Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi)

Familie

Bohrfliegen (Tephritidae)

Körpergröße

Körperlänge 3,5–5 mm

Merkmale

Die Kirschfruchtfliege ist eine kleine, auffällig gezeichnete Fliege. Der Körper ist überwiegend schwarz gefärbt, der Kopf ist gelblich bis orange gefärbt und das Schildchen (Scutellum) leuchtend gelb. Der Hinterleib ist überwiegend schwarz und zeigt keine ausgeprägten gelb-weißen Querbinden. Besonders markant sind die gemusterten Flügel: Sie tragen mehrere charakteristische dunkle Querbänder auf transparentem Grund, die zur Bestimmung der Art dienen. Weibchen besitzen einen verlängerten Legebohrer, mit dem sie ihre Eier in reifende Früchte einstechen.

Lebensraum

Die Kirschfruchtfliege besiedelt Streuobstwiesen, Hausgärten und Waldränder – überall dort, wo geeignete Wirtspflanzen vorhanden sind. Als Wirtspflanzen dienen vor allem Süß- und Sauerkirschen sowie weitere Prunus-Arten, aber auch Heckenkirschen und Schneebeeren. Die Imagines sind von Mai bis Juli anzutreffen und halten sich bevorzugt in der Nähe ihrer Wirtspflanzen auf, wo sie Honigtau und Pflanzensäfte als Nahrung aufnehmen.

Besonderheiten

Die Larven der Kirschfruchtfliege entwickeln sich im Inneren der Früchte und ernähren sich vom Fruchtfleisch, wodurch die befallenen Früchte faulen und ungenießbar werden. Dies macht die Art zu einem bedeutenden Schädling im Kirschanbau. Nach der Reife verlassen die Larven die Früchte und verpuppen sich im Boden, wo sie überwintern. Die Kirschfruchtfliege ist in Europa weit verbreitet und wurde im 20. Jahrhundert auch in Nordamerika eingeschleppt. Eine Verwechslungsgefahr besteht mit der Amerikanischen Kirschfruchtfliege, die in Nordamerika heimisch ist und ebenfalls Kirschfrüchte befällt. In Deutschland gilt die Art als wirtschaftlich relevanter Schädling, weshalb im Erwerbsobstbau verschiedene Bekämpfungsmaßnahmen eingesetzt werden.