Augenschnake (Epiphragma ocellaris)
Name
Augenschnake (Epiphragma ocellaris)
Familie
Stelzmücken (Limoniidae)
Körpergröße
Körperlänge ca. 17 mm
Merkmale
Die Augenschnake ist eine mittelgroße, schlanke Zweiflüglerin mit langen, zarten Beinen, die an Schnaken erinnert. Ihr auffälligstes Merkmal ist die markante Flügelzeichnung: Die Flügel tragen ein charakteristisches Muster aus dunklen Flecken und hellen Feldern, das augenartige Strukturen bildet und der Art ihren deutschen Namen verleiht. Der Körper ist bräunlich bis ockerfarben gefärbt, der Kopf trägt lange, fadenförmige Fühler. Weibchen sind in der Regel etwas kräftiger gebaut als Männchen.
Lebensraum
Die Augenschnake besiedelt feuchte bis nasse Lebensräume. Sie ist auf Feuchtwiesen, in Sumpfbiotopen sowie in mesophilen, also mäßig feuchten Laubwäldern anzutreffen. Häufig hält sie sich in der Nähe von Gewässerrändern, Erlenbrüchen und feuchten Waldlichtungen auf, wo ihre Larven in morschem, feuchtem Holz oder im Boden leben. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis Juni.
Besonderheiten
Trotz ihrer auffälligen Ähnlichkeit mit den echten Schnaken (Tipulidae) gehört Epiphragma ocellaris nicht zu dieser Familie, sondern zu den Stelzmücken (Limoniidae). Diese Verwechslungsgefahr besteht auch für geübte Beobachter. Die Larven der Stelzmücken leben meist in feuchtem, zersetzendem Pflanzenmaterial und spielen eine Rolle im Abbau organischer Substanz. Die Art gilt in Mitteleuropa als nicht häufig und ist an geeignete, oft selten gewordene Feuchtbiotope gebunden, was sie zu einem Indikator für intakte Feuchträume macht.