Gichtwespe Gasteruption jaculator
Name
Gasteruption jaculator
Familie
Gasteruptiidae
Körpergröße
Körperlänge 10–17 mm
Merkmale
Gasteruption jaculator ist eine schlanke, auffällig gebaute Wespe mit langgestrecktem Körper und charakteristisch verdicktem Hinterleibsende. Die Art ist überwiegend schwarz gefärbt, mit rötlich-orangefarbenen Zeichnungen an den Beinen und am Hinterleib. Besonders markant ist der lange Legebohrer des Weibchens, der deutlich über das Körperende hinausragt und der Art ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht. Der Kopf sitzt auf einem auffällig langen, dünnen Hals, was die Art von vielen anderen Wespen sofort unterscheidbar macht. Die Flügel sind leicht gebräunt.
Lebensraum
Die Art besiedelt strukturreiche Lebensräume wie Gärten, Waldränder und Hecken-Biotope, wo Solitärbienen geeignete Nistmöglichkeiten in Totholz, Stängeln oder anderen Hohlräumen finden. Gasteruption jaculator ist von Mai bis September aktiv und damit über einen langen Zeitraum im Sommerhalbjahr anzutreffen. Die Imagines halten sich bevorzugt an blütenreichen Stellen auf, wo sie Pollen und Nektar aufnehmen.
Besonderheiten
Gasteruption jaculator ist ein Brutparasit und Kleptoparasit von solitär lebenden Bienen. Das Weibchen dringt nicht selbst in das Innere des Bienennestes ein, sondern bringt mit seinem langen Legebohrer ein Ei an einer Wirtslarve oder in deren unmittelbarer Nähe an. Die geschlüpfte Larve tötet zunächst das Wirtsei oder die Wirtslarve und ernährt sich anschließend vom eingetragenen Nahrungsvorrat der Biene. Dieses Verhalten verbindet parasitische und kleptoparasitische Aspekte: Die Wespenlarve tötet den Bienen-Nachwuchs und nutzt anschließend dessen Nahrungsvorrat für die eigene Entwicklung. Geeignete Nester solitärer Bienen sind daher für die Art entscheidend. Ähnliche Arten aus der gleichen Gattung können leicht verwechselt werden und sind nur durch genaue Merkmalsanalyse sicher zu unterscheiden.