Gemeine Schornsteinwespe (Odynerus spinipes)

Die Gemeine Schornsteinwespe fliegt in Sandgruben oder am Ufer von Baggerseen

Name

Gemeine Schornsteinwespe (Odynerus spinipes)

Familie

Vespidae

Körpergröße

Körperlänge 10–13 mm

Merkmale

Die Gemeine Schornsteinwespe ist eine mittelgroße Solitärwespe mit der für Faltenwespen typischen schwarz-gelben Zeichnung. Der Körper ist schlank gebaut, der Hinterleib deutlich gestielt. Die Weibchen besitzen kräftige Grabwerkzeuge an den Vorderbeinen, die sie beim Anlegen ihrer Brutröhren einsetzen. Das markanteste Merkmal ist der charakteristische schornsteinartige Erdröhreneingang, den die Weibchen beim Nestbau aus dem ausgegrabenen Material formen. Dieser kleine Lehmschornstein kann mehrere Zentimeter hoch werden und dient vermutlich dem Schutz vor Parasiten und Eindringlingen.

Lebensraum

Die Art besiedelt offene, besonnte Standorte mit lockerem oder sandigem Boden, der sich gut für den Nestbau eignet. Typische Lebensräume sind Sandgruben, Ufer von Baggerseen, Hohlwege sowie Steilwände und Böschungen mit vegetationsarmen Bereichen. Solche Strukturen bieten optimale Bedingungen für das Anlegen der Brutröhren. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis Juli.

Besonderheiten

Die Gemeine Schornsteinwespe ist eine Solitärwespe, die ihre Brutzellen mit gelähmten Larven von Rüsselkäfern, insbesondere der Gattung Hypera, als Larvenproviant versorgt. Durch den Verlust geeigneter Lebensräume – insbesondere durch die Verfüllung von Sandgruben, Uferverbauungen und die Begrünung offener Bodenstellen – können ihre Bestände regional beeinträchtigt werden. Eine ähnliche Art ist Odynerus reniformis. Zum Schutz der Gemeinen Schornsteinwespe sind der Erhalt und die gezielte Neuanlage geeigneter offener Bodenstellen und Steilwände von Bedeutung.