Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium w-album)
Name
Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium w-album)
Familie
Bläulinge (Lycaenidae)
Körpergröße
Spannweite 25–35 mm
Merkmale
Der Ulmen-Zipfelfalter ist ein mittelgroßer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von 25 bis 35 mm. Die Flügeloberseite ist dunkelbraun; nahe dem Schwanzwinkel der Hinterflügel befindet sich ein kleiner orangefarbener Fleck, der bei beiden Geschlechtern auftreten kann. Das auffälligste Merkmal ist die Unterseite der Hinterflügel: Hier verläuft eine weiße, scharf gezeichnete Linie in charakteristischer W-Form, die der Art ihren Namen gibt. Am Hinterflügel befinden sich zudem kleine orangerote Flecken sowie ein feiner Schwänzchen-Fortsatz, der typisch für Zipfelfalter ist. Die Flügelunterseite ist insgesamt graubraun gefärbt, was eine gute Tarnung auf Baumrinde ermöglicht.
Lebensraum
Der Ulmen-Zipfelfalter besiedelt Lebensräume, in denen Ulmen vorkommen – darunter Waldränder, Feldgehölze, Alleen, Parks und Auwälder. Die Falter halten sich bevorzugt im Kronenbereich der Ulmen auf und sind daher am Boden nur selten zu beobachten. Zur Nektaraufnahme werden gelegentlich auch Blüten niedrigerer Pflanzen besucht, etwa Brombeere oder Liguster. Die Flugzeit erstreckt sich von Mitte Juni bis Anfang August, mit einem Höhepunkt im Juli.
Besonderheiten
Der Ulmen-Zipfelfalter ist in Deutschland nicht generell als stark gefährdet eingestuft. In der Roten Liste Niedersachsens wird er jedoch mit RL 1 (vom Aussterben bedroht) geführt, was die besondere Gefährdung der Art in diesem Bundesland widerspiegelt. Hauptursache für den Rückgang ist das weitgehende Verschwinden vieler Ulmen durch die Ulmenkrankheit, eine durch Borkenkäfer verbreitete Pilzerkrankung, die europäische Ulmenbestände stark dezimiert hat. Die Art ist eng an Ulmen als Raupennahrungspflanzen gebunden: Die Weibchen legen ihre Eier an Ulmen ab, und die Raupen ernähren sich zunächst von den Blüten und später von den jungen Blättern. Verwechslungen sind möglich mit anderen heimischen Zipfelfaltern, etwa dem Schlehen-Zipfelfalter oder dem Eichen-Zipfelfalter, die jedoch ein abweichendes Linienmuster auf der Flügelunterseite aufweisen. Schutzmaßnahmen umfassen unter anderem den Erhalt alter Ulmen und die Förderung geeigneter Ulmenbestände.