Gemeiner Totengräber (Necrophorus vespillo)
Name
Gemeiner Totengräber (Necrophorus vespillo)
Familie
Silphidae (Aaskäfer)
Körpergröße
Körperlänge 12–22 mm
Merkmale
Der Gemeine Totengräber ist ein auffälliger Käfer mit schwarz-orangefarbener Zeichnung auf den Deckflügeln, die ihn unverwechselbar macht. Die Fühlerkeulen sind charakteristisch orange gefärbt. Der vordere Bereich des Halsschildes trägt eine auffällige gelbe Behaarung. Ein weiteres sicheres Bestimmungsmerkmal sind die deutlich gebogenen Hinterschienen, die ihn von ähnlichen Totengräber-Arten unterscheiden. Die Deckflügel sind verkürzt und lassen die letzten Hinterleibssegmente frei, was typisch für diese Käfergruppe ist.
Lebensraum
Der Gemeine Totengräber besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen und ist dabei wenig spezialisiert. Er kommt in Wäldern, Waldrändern, Wiesen, Gärten und Kulturlandschaften vor, überall dort, wo Aas kleiner Wirbeltiere wie Mäuse oder Vögel zu finden ist. Die Art ist von April bis September aktiv und wird häufig in der Dämmerung und nachts angetroffen, wenn sie auf der Suche nach geeigneten Kadavern umherfliegt.
Besonderheiten
Der Gemeine Totengräber zeigt ein bemerkenswertes Brutfürsorgeverhalten. Elterntiere graben kleine Kadaver ein, formen sie zu einer Fleischkugel und legen Eier in deren Nähe ab. Beide Elterntiere beteiligen sich an der Versorgung und Bewachung der Brut. Die geschlüpften Larven ernähren sich direkt vom Kadaver und werden zusätzlich von den Eltern mit vorverdauter Nahrung versorgt. Adulte Tiere ernähren sich überwiegend von Aas und nutzen dabei kleine Tierkadaver als wichtige Nahrungsquelle. Sie können außerdem andere kleine Wirbellose, insbesondere Insektenlarven, erbeuten. Als Aasbewohner leisten Totengräber einen wichtigen Beitrag zum Abbau tierischer Biomasse und zum Nährstoffkreislauf. Verwechslungen sind mit anderen Totengräber-Arten möglich; die gebogenen Hinterschienen und die gelbe Behaarung am vorderen Bereich des Halsschildes helfen bei der Bestimmung.