Verkannter Grashüpfer (Chorthippus mollis)

Der Verkannte Grashüpfer kann mit anderen Arten der Gattung verwechselt werden

Name

Verkannter Grashüpfer (Chorthippus mollis)

Familie

Acrididae (Feldheuschrecken)

Körpergröße

Männchen 13–17 mm, Weibchen 17–23 mm

Merkmale

Der Verkannte Grashüpfer ist eine mittelgroße Feldheuschrecke mit recht schlankem Körperbau. Die Färbung variiert stark und reicht von grau und braun bis hin zu gelegentlich grünlichen oder rötlichen Tönen, was eine rein optische Bestimmung erheblich erschwert. Charakteristisch sind die schmalen Flügel, die bei beiden Geschlechtern die Hinterknie erreichen oder etwas darüber hinausragen, sowie die seitlich deutlich eingeschnürten Halsschild-Seitenkiele. Die Fühler sind fadenförmig und relativ kurz. Männchen sind generell kleiner und schlanker als Weibchen. Da sich die Art äußerlich kaum von verwandten Chorthippus-Arten unterscheidet, gilt der Gesang der Männchen als wichtigstes Bestimmungsmerkmal.

Lebensraum

Der Verkannte Grashüpfer besiedelt bevorzugt trockene, warme und oft lückig bewachsene Lebensräume. Typische Biotope sind Sandgruben, Trockenrasen, Heideflächen, sandige Wegränder und Magerrasen. Die Art gilt als wärme- und trockenheitsliebend und ist daher häufig in kontinental geprägten Regionen anzutreffen. Adulte Tiere sind von Juli bis Oktober zu beobachten.

Besonderheiten

Der Gesang der Männchen ist das zuverlässigste Bestimmungsmerkmal und besteht aus längeren Strophen, deren einzelne Verse im Verlauf zunehmend lauter werden. Charakteristisch ist ein deutliches „Tick“ am Beginn der Verse. Dadurch lässt sich die Art von ähnlichen Arten wie dem Gemeinen Grashüpfer (Chorthippus parallelus) und insbesondere den nah verwandten Arten der Chorthippus-biguttulus-Gruppe unterscheiden. Die Verwechslungsgefahr innerhalb der Gattung Chorthippus ist hoch, weshalb eine sichere Artbestimmung im Feld ohne Kenntnis des Gesangs oft schwierig ist. In manchen Regionen Deutschlands ist die Art gefährdet, da geeignete trockenwarme Lebensräume wie Sandmagerrasen und Heideflächen durch Sukzession und Nutzungsaufgabe verschwinden. Schutzmaßnahmen wie Beweidung oder kontrollierter Gehölzrückschnitt können der Art zugutekommen.