Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale)
Name
Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale)
Familie
Acanthosomatidae (Stachelwanzen)
Körpergröße
Körperlänge 14–18 mm
Merkmale
Die Wipfel-Stachelwanze gehört zu den auffälligeren heimischen Wanzen. Ihre Grundfärbung ist grün bis bräunlich-grün, wobei der Halsschild und die Deckflügel charakteristische rotbraune bis ziegelrote Zeichnungselemente aufweisen. Der Hinterleib zeigt an den Seiten ebenfalls rötliche Töne. Typisch für die Art sind der kräftig gebaute Körper und die seitlich zugespitzten Bereiche des Halsschildes. Die Oberseite ist fein schwarz punktiert, und die Beine sind überwiegend grünlich gefärbt. Insgesamt wirkt das Tier gedrungen und kräftig gebaut.
Lebensraum
Die Wipfel-Stachelwanze besiedelt bevorzugt Laubwälder, Waldränder, Lichtungen sowie strukturreiche Hecken-Biotope. Besonders häufig ist sie dort anzutreffen, wo ihre Nahrungspflanzen – vor allem Vogelbeere (Sorbus aucuparia) und Wildkirsche (Prunus avium) – in größerer Zahl vorkommen. Die Art hält sich häufig in den Baumwipfeln auf, was ihr den deutschen Trivialnamen eingebracht hat. Die Imagines sind von Mai bis Oktober aktiv. Im Spätsommer und Herbst suchen die adulten Tiere verstärkt Früchte auf, bevor sie sich zur Überwinterung in die Streuschicht oder Rindenspalten zurückziehen.
Besonderheiten
Wie viele Wanzen verfügt die Wipfel-Stachelwanze über Stinkdrüsen, die bei Bedrohung ein übel riechendes Sekret absondern und so Fressfeinde wirksam abschrecken. Die Art ernährt sich phytophag, wobei die Imagines bevorzugt Früchte aussaugen, während jüngere Larvenstadien auch Blätter und Triebe befallen können. Die Überwinterung erfolgt als Imago – ein für Wanzen häufiges Muster. Die Art gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet und ungefährdet.