Schlehen-Zweigrüssler (Magdalis ruficornis)
Name
Schlehen-Zweigrüssler (Magdalis ruficornis)
Familie
Rüsselkäfer (Curculionidae)
Körpergröße
2,2–3,8 mm (Körperlänge)
Merkmale
Der Schlehen-Zweigrüssler ist ein kleiner, gedrungen wirkender Rüsselkäfer mit einer Körperlänge von 2,2 bis 3,8 mm. Besonders auffällig ist die gelblich-rötliche Fühlerbasis, die der Art auch ihren lateinischen Beinamen ruficornis – rotfühlerig – eingebracht hat. Der übrige Körper ist dunkel, meist schwarz gefärbt mit einem leichten Metallglanz. Charakteristisch sind die markanten Höcker auf dem Halsschild, die ein wichtiges Bestimmungsmerkmal darstellen. Der Rüssel ist für einen Magdalis-Vertreter typisch kräftig und mäßig lang ausgebildet.
Lebensraum
Die Art bewohnt strukturreiche Offenlandschaften und Randbereiche wie Gärten, Waldränder, Hecken-Biotope und Streuobstwiesen – überall dort, wo strauch- oder baumartige Rosengewächse als Wirtspflanzen vorhanden sind. Bevorzugte Wirtspflanzen der Larven sind Schlehe, Weißdorn, Kulturapfel und Quitte. Die Larven entwickeln sich im Inneren von Zweigen dieser Gehölze, wo sie sich durch das Holzgewebe fressen. Die Imagines sind von April bis Juni anzutreffen.
Besonderheiten
Der Schlehen-Zweigrüssler kann mit dem nah verwandten Magdalis flavicornis verwechselt werden, der ebenfalls eine helle Fühlerbasis aufweist. Zur sicheren Bestimmung sind genaue Untersuchung der Halsschild-Skulptur sowie der Fühler- und Beinfarbe notwendig. Die Gattung Magdalis gehört zur Unterfamilie Magdalidinae innerhalb der artenreichen Rüsselkäfer. Der Käfer gilt als typischer Holzkäfer im weiteren Sinne, da seine Larvalentwicklung an verholzten Pflanzenteilen stattfindet. Befallene Zweige können absterben, wirtschaftlich relevante Schäden an Obstgehölzen sind jedoch selten. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und gilt derzeit nicht als gefährdet.