Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)
Name
Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)
Familie
Pfauenspinner (Saturniidae)
Körpergröße
Falter mit 50–80 mm Spannweite; Raupenlänge bis ca. 60 mm
Merkmale
Die Raupen des Kleinen Nachtpfauenauges durchlaufen mehrere Häutungsstadien und verändern dabei ihr Erscheinungsbild erheblich. Junge Raupen (L1–L2) sind zunächst schwarz gefärbt, ältere Stadien werden leuchtend grün mit gelblichen oder orangefarbenen Warzenreihen, die schwarze Borsten tragen. Der ausgewachsene Falter ist unverkennbar: Alle vier Flügel tragen je ein auffälliges Augenfleck-Muster in Blau, Rot und Schwarz. Männchen besitzen auffällig gekämmte Fühler, mit denen sie die Pheromone der Weibchen über große Distanzen wahrnehmen können.
Lebensraum
Das Kleine Nachtpfauenauge besiedelt lichte Wälder, Waldränder, Heiden, Moorränder und gebüschreiche Offenlandbereiche in weiten Teilen Europas und Asiens. Als Raupennahrung werden bevorzugt Rosengewächse (Rosaceae) wie Schlehe, Brombeere oder Weißdorn genutzt, aber auch Heidekraut und verschiedene Laubbäum-Gehölze. Die Flugzeit der Falter liegt von März bis Mai, mit einem Schwerpunkt im April. Die Weibchen fliegen überwiegend nachts, Männchen auch tagsüber auf der Suche nach Paarungspartnern.
Besonderheiten
Zur Abwehr von Fressfeinden können die Raupen ein Wehrsekret absondern, das potenzielle Angreifer abschreckt. Das Weibchen legt seine Eier in Gruppen direkt an die Nahrungspflanzen. Erwachsene Falter nehmen keine Nahrung auf, da ihre Mundwerkzeuge vollständig zurückgebildet sind – sie leben ausschließlich von Energiereserven aus dem Raupenstadium. Die Art gilt in Deutschland als nicht gefährdet, ist jedoch auf struktur- und blütenreiche Landschaften angewiesen und daher von der Intensivierung der Landnutzung betroffen. Verwechslungen sind mit dem deutlich größeren Großen Nachtpfauenauge (Saturnia pyri) möglich, das jedoch in Mitteleuropa selten und auf wärmere Regionen beschränkt ist.