Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Die Raupen vom Kleinen Fuchs ernähren sich vom Blattgewebe der Großen Brennessel

Name

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Familie

Edelfalter (Nymphalidae)

Körpergröße

Spannweite 40–52 mm (Falter); Raupenlänge bis ca. 22 mm

Merkmale

Die Raupe des Kleinen Fuchses ist dunkel gefärbt, meist schwärzlich bis schwarzbraun, mit feinen gelblichen oder weißlichen Längsstreifen entlang der Körperseiten. Der Körper ist dicht mit verzweigten, dunklen Dornen besetzt, die ihr ein charakteristisch stacheliges Aussehen verleihen. Jüngere Raupen wirken oft etwas heller und gelblicher. Der fertige Falter ist unverkennbar orangerot mit schwarzen und gelben Flecken sowie einer Reihe blauer Randmonde auf den Hinterflügeln. Die Flügelunterseite ist dunkelbraun gemustert und dient als hervorragende Tarnung.

Lebensraum

Der Kleine Fuchs besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen – von Gärten, Parkanlagen und Wegrändern bis hin zu Waldlichtungen, Wiesen und Ruderalflächen. Entscheidend ist das Vorhandensein der Großen Brennnessel als Raupenfutterpflanze. Der Falter ist eine der häufigsten Schmetterlingsarten Mitteleuropas und als Überwinterer bereits früh im Jahr aktiv. Die Flugzeit erstreckt sich von März bis Oktober, mit zwei bis drei Generationen pro Jahr. Überwinterte Tiere erscheinen oft schon bei den ersten Sonnentagen im zeitigen Frühjahr.

Besonderheiten

Die Raupen leben in frühen Stadien gesellig in lockeren Gespinsten an den Brennnesselblättern und fressen gemeinsam – ein Verhalten, das mit zunehmendem Alter aufgegeben wird. Bis zur Verpuppung vergehen etwa vier Wochen mit mehreren Häutungen. Der Kleine Fuchs überwintert als fertiger Falter, oft in Kellern, Dachböden oder Hohlräumen, und kann dabei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt überstehen. Eine mögliche Verwechslungsart ist der Große Fuchs (Nymphalis polychloros), der jedoch deutlich größer ist und an Gehölzen wie Weiden oder Kirschen lebt. Der Kleine Fuchs gilt derzeit als nicht gefährdet, profitiert sogar von der Ausbreitung der Brennnessel in Stickstoff-reichen Umgebungen.